Kunstmaler Hans Nydegger ist 90-jährig

Unterseen

Heute kann der Kunstmaler Hans Nydegger – der seine Werke mit «Ny» zeichnet – seinen 90. Geburtstag feiern. Immer noch steht er täglich in seinem Atelier an der Seiden­fadenstrasse.

Der 90-jährige Hans Nydegger zusammen mit einigen seiner Werke in seinem Atelier an der Seidenfadenstrasse in Unterseen.

Der 90-jährige Hans Nydegger zusammen mit einigen seiner Werke in seinem Atelier an der Seidenfadenstrasse in Unterseen.

(Bild: Ueli Flück)

«Mit ‹Kunstmaler› habe ich so meine Mühe», sagt Hans Nydegger, «ich bin einfach Maler.» Er war Flachmaler(meister), Schriftenmaler, Dekorationsmaler, Kulissenmaler (Kursaal Interlaken) und ist Bildermaler. Für den ­90-Jährigen hat Kunst nichts mit «(ver)künden» zu tun. «Bilder sind letztendlich Dekoration», erklärt er, «sie sollen mithelfen, ein Zimmer, eine Wohnung oder gar ein ganzes Haus harmonisch zu gestalten.»

In der Kulturstadt Basel

Hans Nydegger absolvierte nach der Schulzeit im Stedtli eine Lehre als Flachmaler in Interlaken. Es folgten Wanderjahre: Er arbeitete in verschiedenen Betrieben in Genf, Zürich und Basel. 1952 wurde er mit dem Diplom eines eidg. Malermeisters ausgestattet, von 1956 bis 1967 war er im Nebenamt Lehrer für dekorative Malerei an der Gewerbeschule Basel. 1958 gründete er in der Stadt am Rheinknie sein eigenes Malergeschäft. Seine Spezialität: dekorative Malerei.

«Basel ist eine Kulturstadt», schwärmt Nydegger noch heute, «ich bekam Kontakt zu Malern und Künstlern.» Er besuchte Abendkurse an der Gewerbeschule, seine Lehrer waren Fritz Ryser, Ernst Baumann und Gustav Stettler, alles Berner, die in Basel Erfolg hatten. Im Elsass malte man zusammen.

Hans ­Nydegger liess sich Zeit, malte zehn Jahre lang nur für sich, feilte an Stil und Technik. Erst 1968 lud er zu seiner ersten Ausstellung in die Galerie Steiner in Thun ein. Es folgten viele Gruppen- und Einzelausstellungen, eine sehr eindrückliche zum Beispiel zu seinem 80. Geburtstag in der ­Galerie der Kunstsammlung Unterseen.

Hans Nydegger hat nie einen Fotoapparat besessen. Auf seinen Reisen, die vornehmlich in den Süden führten, skizzierte und aquarellierte er. Skizzenbücher dienen ihm als Inspiration, wenn er im Atelier seine Bilder kom­poniert. «Ja. Ich skizziere meine Bilder», gibt «Ny» zu verstehen, «auch ein abstraktes Bild muss formal und farblich stimmen.» Seine Kompositionen von Formen und Farben beeindrucken.

Zurück ins Stedtli

Seit 1983 lebt Hans Nydegger ­zusammen mit seiner Frau Margrith wieder im elterlichen Haus an der Seidenfadenstrasse in Unterseen. Das Lädeli, in dem seine Mutter während 33 Jahren verkauft hatte, was in Haushalten so gebraucht wurde, hat er in ein Atelier umgebaut. In dem ist er noch täglich künstlerisch tätig Nicht mehr so manche Stunde wie noch die letzten Jahre, aber er ist immer noch voller Ideen.

Hans Nydegger will kein Kunstmaler sein. Weil aber Kunst mit Können zu tun hat und «Ny» ein Könner ist, ist er halt doch ein Kunstmaler. Wir gratulieren herzlich zum Geburtstag!

Berner Oberländer

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