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Kunst aus dem Steinbock-Land

Das Kunsthaus Interlaken zeigt im Rahmen der Cantonale Berne Jura Werke von 25 Künstlerinnen und Künstlern. Poetische Kunst zum Nachdenken.

Grossformatig und eindrücklich farbig: Das Bild «Umbruch» des Thuners Michael Streun.
Grossformatig und eindrücklich farbig: Das Bild «Umbruch» des Thuners Michael Streun.
Anne-Marie Günter

Steinbock, Bär, Wildsau, Hirsch, Stern, Fluss, zwei Beile und ein Schlösschen: Auf dem Plakat der Cantonale Berne Jura sind ganz in Rot die Wappensymbole der Orte zu sehen, wo ein Teil der Ausstellung stattfindet. Kunst verbindet: Ausstellungsorte sind Interlaken, Bern, Pruntrut, Le Noirmont, Thun, Langenthal, Biel und Moutier.

Das Kunsthaus Interlaken, je nach Sichtweise etwas weit weg oder Mittelpunkt, gab seiner Ausstellung keinen Sammeltitel. Zu sehen sind fünfzig Werke von 25 Künstlerinnen und Künstlern, ausgewählt aus 395 Bewerbungen. «Kunst nähert sich in poetischer Weise zentralen Themen der Menschheit», sagte Künstler Franticek Klossner an der Vernissage. Menschen sind in dieser Ausstellung zentral, auch wenn sie nicht immer im Bild sind: Sie verlassen Orte, sie verändern Gletscher und Landschaften, gehen auf Reisen, leben in der Kunst weiter, sind Symbole, bilden Gemeinschaften, Massen, Gefahr.

Pinsel und Meissel

Farbe bringen die gemalten Bilder in die Räume. So zeigt der in Interlaken aufgewachsene Ulrich Sonderegger realistische Bergbilder auf Seide. Er nennt sie ultraviolett: das Bergerlebnis geht über das direkt Sichtbare hinaus. Der Thuner Michael Streun zeigt farbige Bilder des Umbruchs mit schönen Menschen und irgendwie barocker Anmutung. Farbig, in ganz speziellem Ton, sind auch die Menschenansammlungen über Ort und Zeit des Bielers Jerry Haenggli. Befreit von zu viel Farbe wirken die Innenraumbilder von Marin Otth. Barbara Kiener verzichtet für ihr schwarzweisses Frauenporträt auf Farbe. Sicher die schwersten Bilder der Ausstellung sind die Reliefs aus Marmor von Reto Steiner.

Kameraeinsätze

Tradition ist, dass Interlaken stark in fotografischen Arbeiten ist. Jost von Allmen dokumentiert in beeindruckender Deutlichkeit den Zustand von drei Oberländer Gletschern. Mit dem Ensemble von Claudia Dettmar blickt man aus dem Fenster, begegnet einer schönen Frau und schönen Blumen. Die Gruppe L’Art pour l’Aar (Christoph Flück, Nick Röllin, Anna Schmid, Peter Stähli und Hansueli Urwyler) zeigt eine Fotodokumentation über ihre Performance. Zur Erinnerung an den Triftgletscher strich sie einen Felsbrocken mit Kalk weiss an.

Abwechslungs- und aufschlussreich sind die gezeigten Videos, das Medium für Veränderungen: Fast schulbuchmässig mit der Metamorphose von der Raupe zum Schmetterling sind sie bei Peter Aerschmann, subtil tiefgründig mit «Auferstäubung» bei Andrea Vogel und die Kunst reflektierend in «Flanerie» bei Istvan Balogh: Eine Schildkröte geht durchs Kunstmuseum.

Die 25 Künstler: Peter Aerschmann, Martin Aeschlimann, Istvan Balogh, Claudia Dettmar, Remy Erismann, Franziska Ewald, Yves Hänggi, Jerry Haenggli, Brigitte Jost, Barbara Kiener, Christian Mühlemann, Martin Otth, Ulrich Sonderegger, Reto Steiner, Michael Streun, Andrea Vogel, Jost von Allmen, Matthias Wyss, Leena Zihlmann-Kaasalainen, Véronique Zussau und L’Art pour l’Aar: Christoph Flück, Nick Röllin, Anna Schmid, Peter Stähli und Hansueli Urwyler.

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