Kunst auf der Jungfrau

Lauterbrunnen

Während der nächsten Wochen stehen auf dem Gipfel der Jungfrau sechs Holzskulpturen – mit Fernrohr sogar von Interlaken aus zu sehen. Sie sollen auf das Unesco-Welterbe hinweisen.

Seit Dienstag stehen auf dem Gipfel der Jungfrau (4158 Meter) sechs schlanke Holzskulpturen des Beatenberger Künstlers Dominic Müller. Vier kleine von je zehn Kilo wurden von mehreren Bergführern hochgetragen. Zwei grosse, je zwei Meter hoch und sechzig Kilo schwer, brachte der Helikopter auf die Jungfrau.

Spitzenalpinist Stephan Siegrist leitete die von den betroffenen Gemeinden Lauterbrunnen und Fieschertal bewilligte Montage der Eschenholzgebilde, die einzeln auf Metallplatten im Fels verankert wurden. Die sechs Skulpturen werden bis Ende Juli auf dem Gipfel der Jungfrau stehen – möglicherweise sogar etwas länger.

Bilder: Skulpturen auf der Jungfrau

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«Es wird Kritik geben»

In erster Linie will Müller mit dieser Inszenierung in Zusammenarbeit mit dem Unesco-Welterbe auf die Schönheit der hochalpinen Landschaft aufmerksam machen: «Natürlich bin ich mir bewusst, dass es auch kritische Reaktionen geben wird. Andererseits profitieren aber über zwei Dutzend Arbeitsplätze von dieser Aktion, und ausser der zwei schwersten Skulpturen brachten wir alles per Muskelkraft auf den Gipfel hinauf.»

Am meisten gespannt ist Müller, ob eines seiner Werke möglicherweise Opfer eines Blitzeinschlags werden könnte «Das könnte ein von der Natur gemachtes, einmaliges Kunstwerk werden», sagt Müller, der in den letzten zwei Jahren bereits temporäre Skulpturenlandschaften auf dem Gemmenalphorn und dem Niederhorn anbrachte.

Versprechen der Gemeinden

Das Unesco-Welterbe Swiss Alps Jungfrau-Aletsch umfasst mit einer Fläche von 824 Quadratkilometern nahezu die gesamten Berner Hochalpen. 90 Prozent davon sind mit Fels durchsetzt und von Eis bedeckt. Das Zentrum bildet das gewaltige Felsmassiv von Eiger, Mönch und Jungfrau mit der Gletscherlandschaft rund um den Grossen Aletschgletscher. In der Charta vom Konkordiaplatz erklären die 23 Welterbe-Gemeinden, dieses Gebiet in seiner ästhetischen Vielfalt und Einzigartigkeit für die kommenden Generationen zu bewahren.

Berner Oberländer

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