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Kulturstratege fürs Kunsthaus

Roland Seiler übernimmt das Stiftungspräsidium des Kunsthauses von Christine Häsler. Der neue Präsident sieht seine Aufgaben im strategischen Bereich.

Vor dem Werk «Einatmen – Ausatmen» (v. l.): Kurator Heinz Häsler mit Christine Häsler, die das Stiftungspräsidium Kunsthaus Interlaken an Roland Seiler weitergibt.
Vor dem Werk «Einatmen – Ausatmen» (v. l.): Kurator Heinz Häsler mit Christine Häsler, die das Stiftungspräsidium Kunsthaus Interlaken an Roland Seiler weitergibt.
Anne-Marie Günter

«Ich wurde Präsident des Bernisch-Kantonalen Fischereiverbandes, obschon ich damals kein Fischer war», sagte Roland Seiler gestern im Kunsthaus Interlaken. Jetzt wird er Präsident der Stiftung Kunsthaus Interlaken. Ein Kunstsachverständiger sei er nicht, sagt der geborene Böniger, Alt-Grossrat, Alt-Präsident des Bernischen Staatspersonalverbands, gelernte Vermessungsingenieur und Buchautor. Er wohnt wieder auf dem Bödeli, in Interlaken.

Erfahrung mit Kunstausstellungen hat er aber: 2016 leitete er das Projekt «Kunst im Fluss» mit Skulpturen in der Aare in Interlaken, und 1998 war er verantwortlich für die Skulpturausstellung, mit dem die Region Bern der Schlacht am Grauholz gedachte, bei der Berns Ancien Régime unterging. Er ist regelmässiger Besucher im Kunsthaus und freut sich sichtlich, dass er jetzt Wunschkandidat des ganzen Stiftungsrats war.

Etwas mehr Schlaf

Er löst Nationalrätin Christine Häsler als Stiftungspräsidentin der ersten Stunde ab. «Das Kunsthaus war schon ein Grund für ­einige schlaflose Nächte», sagt Christine Häsler. Die Stiftung wurde 2007 gegründet. Ihr gehört das Kunsthaus, das mit dem Umbau des alten Amthauses Interlaken entstanden ist. Der Umbau kostete, um zweckdienlich für ein Kunsthaus zu sein, viel mehr als ursprünglich budgetiert und subventioniert, und der Stiftung blieb ein Schuldenberg.

Heute arbeitet sie mit einem Budget von rund 300 000 Franken, und davon müssen ein IGH-Darlehen und Bankzinsen bezahlt werden. «Ich freue mich, dass in den letzten Jahren trotzdem ein Kunsthaus mit einer sehr grossen Ausstrahlung entstanden ist», sagt Christine Häsler. Dafür sorgten, und das sei für Interlaken ein Glücksfall, Kurator Heinz Häsler und sein Team aus ehrenamtlichen Helfern, die anerkannt und preisgekrönt professionelle Kunstausstellungen ohne entsprechende finanzielle Abgeltung gestalten.

Zauberstab gewünscht

Hätte Roland Seiler einen Wunsch frei, so wäre dies der Zauberstab einer Entschuldungsfee. In der realen Welt wird er jetzt in einer Klausurtagung Strategien definieren, um das Kunsthaus, das im Rahmen des kantonalen Kulturförderungs­gesetzes von Kanton und Regionsgemeinden unterstützt wird, in die Zukunft zu führen.

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