Komplett-Beschneiung am Betelberg

Lenk

Jetzt ist es offiziell: Die Lenk-Bergbahnen planen eine umfassende Beschneiung am Betelberg, um das Skigebiet schneesicher zu machen. Wesentlicher Bestandteil der Überbauungsordnung ist auch ein Speichersee.

<b>Grün-braun statt weiss:</b> So sah es im Skigebiet Lenk im Dezember 2016 aus. Im Hintergrund sind die beschneiten Pisten Bühlberg (links) «FIS» am Metsch als weisse Streifen zu sehen.

Grün-braun statt weiss: So sah es im Skigebiet Lenk im Dezember 2016 aus. Im Hintergrund sind die beschneiten Pisten Bühlberg (links) «FIS» am Metsch als weisse Streifen zu sehen.

(Bild: zvg)

Der vergangene Winter sorgte am Betelberg wie in vielen anderen Skigebieten im Berner Oberland für grosse Ernüchterung: Der erste Schnee fiel spät, sodass auf das wichtige Weihnachtsgeschäft weitgehend verzichtet werden musste.

Vor diesem Hintergrund stellte Geschäftsführer Nicolas Vauclair am Montagnachmittag die Pläne der Lenk-Bergbahnen für eine massive Ausweitung der künstlichen Beschneiung am Betelberg vor.

Die bereits vor­handenen Beschneiungsanlagen in den Gebieten Leiterli, Hasler, Tschuggen, Mauren genügen laut Vauclair nicht mehr den aktuellen Anforderungen und sollen ausgebaut werden. Dazu sollen entlang der Pisten Leizerli –Stoss, Balmen, obere Wallegg sowie Kehrweide/Badweide neue Anlagen gebaut werden.

«Garant für Übernachtungen»

Die vorgestellten Pläne entsprechen einem Vollausbau der Beschneiung am Betelberg. Eine entsprechende Überbauungsordnung wird nach der morgigen Publikation im Amtsanzeiger zur Mitwirkung ausgeschrieben. Sämtliche Pläne und Unterlagen sollen über die Website der Gemeinde Lenk einsehbar sein.

«Wir werden alles planen», sagt Nicolas Vauclair. «Ob wir alles bauen, ist eine andere Frage.» Der unterste Teil der geplanten Beschneiung sei bereits bewilligt, so der Geschäftsführer, der mit Nachdruck auf die Wichtigkeit des Projekts hinwies: Der Betelberg sei der Garant für Übernachtungen an der Lenk, denn hier seien die Pisten für Genussfahrer und Familien mit Kindern.

Den Beschluss, die Beschneiungsanlagen am Betelberg zu erweitern, hat der Verwaltungsrat der Lenk-Bergbahnen bereits im Frühjahr 2014 gefasst, wie der Geschäftsführer am Montag erklärte. Denn schon damals zeichneten sich Klimaveränderungen mit Schneemangel und einem späteren Saisonstart ab. Wo künstlich beschneit werde, blieben die Besucherzahlen und Umsätze weitgehend stabil. Vauclair verweist als Beispiel aus eigenem Haus auf die Gebiete Metsch-Bühlberg.

Und so wurden seit 2014 Gespräche geführt, Untersuchungen durchgeführt und Vorabklärungen getroffen. Im März dieses Jahres seien schliesslich Grundsatzübereinkünfte mit den beiden betroffenen Alpkorporationen getroffen worden, so Vau­clair. Als ein Knackpunkt erwies sich dabei der Wasserbedarf für eine Beschneiungsanlage. Bei den Alpkorporationen fürchtete man Verunreinigungen und eine Beeinträchtigung der Quellversorgung.

Speichersee an der Agematte

Diese Befürchtungen hat man laut Vauclair ausräumen können, obwohl das Projekt den Bau eines neuen Speichersees erfordert. Als einziger Standort habe sich nach geologischen Prüfungen und dem Ausschluss von Alternativen das Gebiet Agematte beim Leiterli erwiesen. Der 10 Meter tiefe See soll ein Fassungsvermögen von 75 000 bis 80 000 Kubikmetern haben.

«Nur mit einem Speichersee können wir den Wassernachweis für die Erweiterung der Beschneiung erbringen», so Vauclair. Der See werde aus der Simme, aus Schmelz- und Quellwasser sowie aus Wasser der Trinkwasserversorgung Lenk gespeist. Zusätzlich wollen die Lenk-Bergbahnen eine Erhöhung der Konzession zur Entnahme von Wasser aus der Simme um 25 Liter pro Sekunde beantragen.

Zusätzlich zum Bau einer Pumpstation beim Speichersee müssen zwei bestehende Trafostationen umgebaut und fünf neue errichtet werden. Zudem sind einige Pistenkorrekturen vorgesehen. Die Gesamtkosten schätzt der Geschäftsführer auf rund 12 Millionen Franken.

Bis März 2018 sollen gemäss Zeitplan die Grundsatzzustimmungen der Eigentümer vorliegen und das Baugesuch erarbeitet werden. Eine Zustimmung der Gemeindeversammlung im Dezember 2018 vorausgesetzt, könnte im April 2019 mit den Bauarbeiten begonnen werden. Pro Natura werde nach Prüfung der Unterlagen über eventuelle Einsprachen entscheiden, hiess es am Montag.

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt