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Knie zwang Kranzer in die Knie

Nach einem zweijährigen Aufbautraining tritt der Turnerschwinger Jonas Lengacher zurück. Das Knie lässt eine Fortsetzung seiner Sportkarriere nicht mehr zu.

Geglücktes «Minicomeback»: Der einheimische Turnerschwinger Jonas Lengacher griff am Chemihütte-Schwinget 2017 auch mit Florian Aellen aus Grund/Gstaad zusammen.
Geglücktes «Minicomeback»: Der einheimische Turnerschwinger Jonas Lengacher griff am Chemihütte-Schwinget 2017 auch mit Florian Aellen aus Grund/Gstaad zusammen.
Rolf Eicher

Mit Jonas Lengacher verliert der Oberländische Schwingerverband nicht zuletzt im Hinblick auf das im nächsten Jahr stattfindende Eidgenössische Schwingfest in Zug eine wichtige Teamstütze. Der am 8. August 1988 geborene Metzger erlitt vor zwei Jahren als Gast am «Zuger Kantonalen» eine schwere Knieverletzung.

Neben dem Meniskusschaden und einem Kreuzbandriss ­erlitt er dabei ebenfalls einen Knorpelschaden. Trotz intensiver Therapie und einem wissenschaftlichen Aufbautraining lässt das lädierte Knie eine Weiterführung der hoffnungsvollen Karriere des Aeschirieders nicht mehr zu.

Ein erfolgreiches, wenn auch überaus kurzes Comeback feierte Lengacher letzten September am Saisonschlussfest vor der Haustüre, am Chemihütte-Schwinget: Wenig fehlte, und er hätte gleich die Schlussgangqualifikation geschafft.

Der mächtige Turnerschwinger, der nach der Nieder­lage im ersten Gang gegen Schwingerkönig Kilian Wenger im vierten Gang einen Angriff von Unspunnen-Schlussgangkämpfer Curdin Orlik mit einem Schlungg zu seinen Gunsten auswertete, verfehlte den finalen Kampf durch einen «Gestellten» gegen Florian Aellen.

Schmerzen im Sägemehl

«Im Alltag habe ich eigentlich keine grossen Probleme mit meinem Knie. Sobald ich jedoch im Sägemehl stehe, oder das Knie extrem belaste, verspüre ich sofort wieder Schmerzen. Aus diesen Gründen musste ich mich schweren Herzens dazu entscheiden, meinen Rücktritt bekannt zu geben.»

Als Inhaber der Metzgerei Lengacher in Aeschi trägt er dabei die Verantwortung für sieben Angestellte. Der verheiratete Vater einer Tochter möchte in Zukunft seine ganze Aufmerksamkeit seinem Geschäft und der Familie schenken.

Als technischer Leiter der Schwingersektion ­Aeschi bleibt Jonas Lengacher dem Schwingen erhalten, und er kann sich dabei gut vorstellen, in Zukunft ebenfalls in irgend einer Funktion im Verband tätig zu sein.

Erster Kranzgewinn mit 17

Schon früh zeichnete sich ab, dass Jonas Lengacher mit viel schwingerischem Talent ausgestattet war. Bereits als 17-jähriger realisierte er seinen ersten Kranzgewinn an einem «Emmentalischen». 2007 wechselte Lengacher in die Nordostschweiz und schwang für drei Jahre im NOS.

Zuerst war der 33-fache Kranzgewinner als Gartenbauer tätig, bevor er wieder in seinen erlernten Beruf als Metzger zurückwechselte. In dieser Zeit erkämpfte er sich 10 Kränze, darunter ebenfalls den Teilverbandskranz in der Nordostschweiz.

Besonders stolz ist Jonas Lengacher auf seine vier Bergkränze. Vom Brünig-, Schwarzsee-, Rigi- und Schwägalp-Schwinget besitzt er je ein Exemplar.

Einzig der eidgenössische Kranz bleibt dem Aeschiner durch seine Knieverletzung für immer versagt. «Der eidgenössische Kranz war für mich das grosse Ziel, für welches ich viel Zeit investiert habe. Am Ende hat jedoch die Vernunft gesiegt. Mein Knie hält die Belastung schlichtweg nicht mehr aus, und meine Familie und mein Geschäft haben in Zukunft erste Priorität.» Mit Rat und Tat steht Jonas Lengacher in Zukunft seinen Schwingerkameraden jedoch gerne zur Verfügung.

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