Kleine Geste, grosses Symbol

Erlenbach

Die Übergabe des Checks von Patrick Moser an den FC EDO Simme ist eine kleine Geste mit grossem Symbolgehalt. Es ist Geld für das Projekt Kunstrasen, das von der Stadtregion Bern ins Simmental fliesst. Die Baubewilligung liegt noch nicht vor.

Sie lassen Geld von der Stadt in die Randregion fliessen (v.l.): Patrick Moser (Initiant), Mathias Siegenthaler und Markus von Niederhäusern.

Sie lassen Geld von der Stadt in die Randregion fliessen (v.l.): Patrick Moser (Initiant), Mathias Siegenthaler und Markus von Niederhäusern.

(Bild: ksm-Fotografie)

Ein «Projekt Kunstrasen»-Flyer im Restaurant Linde in Erlenbach erregte die Aufmerksamkeit von Patrick Moser, einem F-Junioren-Trainer des FC Wyler/Bern. Moser, der sich immer wieder am viel zitierten Stadt-Land-Graben stört, wollte den FC EDO Simme bei der Realisierung seines Kunstrasenprojekts unterstützen. Er schrieb dreissig Fussballclubs in der Stadtregion Bern an.

«Acht von ihnen haben sich bereit erklärt zu helfen und Feldparzellen gekauft», freute sich Moser, als er am vergangenen Montagabend einen Check in Höhe von 1550 Franken an die Verantwortlichen des Kunstrasenprojekts überreichen konnte.

Noch keine Baubewilligung

Für Mathias Siegenthaler, Präsident des FC EDO Simme, ist dieser Betrag ein Riesengeschenk, und er freut sich über die Solidarität aus der Stadtregion. «Wohl noch höher als der Geldwert ist der emotionale Wert hinter dieser Aktion zu werten», so Siegen­thaler, und Moser ergänzt: «Es ist nur ein kleines Mosaiksteinchen in der Stadt-Land-Annäherung – aber es ist eines.»

Seit August liegt der Kunstrasen in Erlenbach. Doch verlegt werden durfte er bis heute nicht. Und dies, obschon die Finanzierung laut Siegenthaler steht. «Wenn noch alle Aktivmitglieder ihren noch offenen Pflichten nachkommen, ist die Finanzierung gesichert.»

Doch wie sieht es mit der Baubewilligung aus? «Diese liegt noch nicht vor», sagt Siegenthaler. Man habe 2003 die Baubewilligung für den Sandplatz erhalten, obschon dieser ausserhalb der Baufelder liege. Leider haben es die Behörden in der Folge verpasst, diese Tat­sache bei der kommenden Raumplanungsänderung einfliessen zu lassen, obschon dies eine Auflage war.

Nun liegt es am Regierungsstatthalteramt Frutigen-Niedersimmental, welches mit dem Amt für Gemeinden und Raumordnung nach Lösungen suchen muss. Und dies, obschon laut Markus von Niederhäusern, Projektleiter Kunstrasen, «anstelle von Sand lediglich ein Teppich ausgelegt wird».

Laut Siegenthaler gibt es zwei mögliche Lösungen: Entweder man kriege einen Bestandesschutz für einen Platz, der seit fünfzehn Jahren bestehe, oder man müsse den Platz um 15 Meter verschieben. Letzteres wäre allerdings nicht umsetzbar, weil man den Boden dafür nicht bekommen würde, weiss Siegen­thaler.

Dennoch ist man beim FC EDO Simme überzeugt, dass diese Geschichte einen positiven Ausgang nehmen wird und der Kunstrasen bald verlegt werden kann. «Eigentlich wollten wir den Platz am 1. Juli zu unserer 40-Jahr-Feier eröffnen, doch daraus wir jetzt nichts», sagt von Niederhäusern. Denn wenn die Bau­bewilligung auf dem Tisch liegt, rechnet man in Erlenbach mit einer Bauzeit von rund drei Monaten.

Neben der Verlegung des Kunstrasens soll es eine neue Flutlichtanlage geben, die Platzumzäunung soll erneuert und die Parkmöglichkeiten erweitert werden.

Berner Oberländer

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