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Kleine Frau mit grosser Geste

Die 17. Ausgabe des Klassikfestivals Les Sommets Musicaux de Gstaad startete mit hohem Besuch. Martha Argerich, die eigenwillige, kleine «Grande Dame au piano» und das junge Ensemble Kremerata Baltica machten vor allem eines: sprachlos.

Gerade mal 13 Jahre jung war ­Felix Mendelssohn, als er seine 7. Sinfonie für Streichorchester schrieb. Noch fehlte ihm die grosse, überschwängliche Geste, lieber unterlegte er den aufkommenden romantischen Zeitgeist mit dem soliden Gerüst des späten Barock, von welchem er sich erst im letzten Satz löste.

Die Kremerata Baltica, angeführt vom omnipräsenten Konzertmeister Dzeraldas Bidva, statuierte am Freitagabend zum Auftakt der Sommets Musicaux de Gstaad mit ihrer jugendfrischen Interpretation ein eindrückliches ­Exempel kammermusikalischer Kunst. Ohne Dirigent (wozu denn auch?), dafür mit höchster Aufmerksamkeit, kreativer Interaktion und hoher Präzision wurde ein zartes, transparentes Tongebilde erschaffen.

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