Klangliches Feuerwerk

Hondrich

Am beliebten Neujahrsdoppelkonzert der Kammermusik-Konzertreihe Hondrich überzeugten I Galanti mit einem überaus vielseitig-reichhaltigen Programm. Es steckte Können auf höchstem Niveau dahinter.

Das Salonensemble I Galanti (v.l.): Bruno Leuschner, Franziska Grütter, Michael Keller, Bettina Keller und Nebojša Bugarski boten einen reichhaltigen Hörgenuss für jeden Geschmack.

Das Salonensemble I Galanti (v.l.): Bruno Leuschner, Franziska Grütter, Michael Keller, Bettina Keller und Nebojša Bugarski boten einen reichhaltigen Hörgenuss für jeden Geschmack.

(Bild: Heidy Mumenthaler)

Übers Dreikönigswochenende pilgerten erneut Besucherinnen und Besucher aus nah und fern an das beliebte Neujahrsdoppelkonzert der Kammermusik-Konzertreihe Hondrich. Die Veranstalter verbuchten zweimal einen ausverkauften Inforama-Saal.

Wer das gut eingespielte Team I Galanti seit knapp zwanzig Jahren kennt, bemerkte bald, dass auch nach dem Jubiläumsjahr der Hondricher Konzertreihe das Salonensemble in Wiener Be­setzung (Michael Keller, Franziska Grütter, Violinen, Nebojša Bugarski, Violoncello, die künstle­rische Leiterin Bettina Keller, Kontrabass, und Bruno Leuschner, Klavier) einen gewaltigen Zacken in überaus vielfältiger Literaturauswahl und musikalischem Handwerk zulegte. Das Ensemble präsentierte sich in Topform und bot ein schwungvolles, reichhaltiges klangliches Feuerwerk.

Passende Arrangements

Erfrischend wirkten rasante Läufe im Allegro-Satz aus Vivaldis Cellokonzert G-Dur. Der Wunsch des Cellisten, diesen Satz zu spielen, kam auch bei den Zuhörenden gut an, was mit Bravorufen kundgegeben wurde.

Drei kleine Glöckchen liess der Geiger parallel zu seinem Violinspiel erklingen. Eine passende Untermalung für «Drei Nüsse für Aschenbrödel». Unter den Arrangements des genialen Pianisten Leuschner gab es auch Melodien aus Operetten zu geniessen.

Jedes Instrument durfte zwischendurch in den Vordergrund treten, wie etwa in der Romance aus Wieniawskis 2. Violinkonzert oder dem Kontrabassstück «Abschied» des ungarischen Komponisten Lajos Montàg. Argentinisch temperamentvoll wirkten Astor Piazzollas Rhythmen und schalkhaft die fantasievollen Geräuscheffekte.

Passend zu den warmen Klängen des Cellos, erklang ein Wiegenlied von Glinka. I Galanti berührten mit Film­musik aus «Il Postino» und «Schindlers List». Kunstvoll tobten sich die Musiker in einem rasenden Rag aus. Geschmeichelt fühlten sich die Zuhörenden in «Comme-ci comme-ça» oder beim weltbekannten Tango «Jalousie» von Jacob Gade.

Viel Tierisches

Spanisches Feuer und ungarisch Virtuoses kam im differenzierten Zusammenspiel und in technischen Finessen zum Ausdruck. Die Finger kletterten übers Griffbrett bis in die höchsten Flageoletts. Es schienen Vögel zu zwitschern, Katzen zu miauen oder eine Ziege zu meckern. Da konnten die Zuhörenden ihre eigene Fantasie walten lassen.

Unterstützung erhielten sie durch die wirkungsvollen Programmansagen von Michael Keller (Bruder der künstlerischen Leiterin). Die Spielfreude und die vielseitigen Darbietungen boten für jeden Geschmack ein unterhaltendes Hörvergnügen auf höchstem Niveau.

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