Kaufmann und ihr Team sind bereit

Gadmen

Am 20. September wird die Gadmer Lodge offiziell eröffnet. Pächterin Silvia Kaufmann und ihr Team freuen sich auf Gäste.

Im Gadmer-Stübli mit dem Blick Richtung Réception: Pächterin Silvia Kaufmann mit Roland Ernst, der als Koch einspringt, sowie die Mitarbeiterinnen Romina Amacher und Melanie Luchs.

Im Gadmer-Stübli mit dem Blick Richtung Réception: Pächterin Silvia Kaufmann mit Roland Ernst, der als Koch einspringt, sowie die Mitarbeiterinnen Romina Amacher und Melanie Luchs.

(Bild: Anne-Marie Günter)

Silvia Kaufmann freut sich auf ihre Aufgabe: Sie hat die Pacht für die Gadmer Lodge übernommen. Und sie kennt Gadmen, denn sie ist hier geboren und in die Schule gegangen, nachher ausbildungshalber weggezogen. Tochter Désirée Moor wohnt wieder hier, und zwar im Haus, in dem Silvias Grosseltern gelebt haben. Désirée wird ihre Mutter bei der Leitung der Lodge unterstützen, vor allem im administrativen Bereich.

Silvia Kaufmann und ihr Mann haben sich in Gadmen ein Haus gekauft. «Ich lebe je länger je lieber in den Bergen», sagt sie. Zuletzt hat sie das Gasthaus Sonne im luzernischen Neuenkirch geführt. «Es ist ein alter Landgasthof», sagt sie. Ihre zweite Tochter Melodie führt ihn weiter.

Räume mit persönlicher Note

Silvia übernimmt mit der Gadmer Lodge einen fertigen Neubau, der vollständig durch die Genossenschaft Gadmer Lodge geplant und eingerichtet wurde. Silvia Kaufmann gefällt der Stil mit Holz und Stein, und auch die Betriebsabläufe seien gut durchdacht. Kleinigkeiten liessen sich noch optimieren. Mit einigen Accessoires hat sie den Räumen eine persönliche Note gegeben. Aufgefallen: mit grosser Sorgfalt hat sie in Schönschrift ihr Weinangebot auf die Schwarze Tafel über dem Buffet geschrieben.

Eine gute Auswahl «Einerli» gehört dazu, denn so viel darf man unterwegs auf der Passstrasse trinken. «Ich habe mich umgehört, was die Leute hier gern trinken», sagt sie. Es gibt Schweizer Weine, und auch italienische. Sie freut sich auf einheimische Gäste. Der runde Tisch im Gadmer-Stübli mit Kamin und an Schwemmholz aufgehängten Trycheln hat sicher Stammtisch-Potenzial.

Irgendwie scheint sich auch Gadmen und das ganze Tal auf das neue Angebot zu freuen: Silvia Kaufmann fand Mitarbeiterinnen aus der Region, bei denen man spürt, dass sie sich gern engagieren. Einige kommen auch auf Abruf. Bis die definitive Köchin ihre Stelle antreten kann, hilft der gelernte Koch Roland Ernst aus Brienz aus.

Im Glaseingang der Gadmer Lodge spiegeln sich die Häuser von der anderen Seite der Passstrasse. Bild: Anne-Marie Günter

In der hellen Tageslichtküche im einstöckigen Zwischentrakt, der zwischen den Hotelneubau und dem stehengelassenen Klassenzimmertrakt des ehemaligen Schulhauses liegt. Die Fussböden wurden dort erhalten, die Zimmer unterteilt und die Räume mit hellen, gemütlichen Hochbetten ausgerüstet. Die Nasszellen im Altbau wurden komplett neu gemacht. In den oberen Stockwerken des Neubaus gibt es insgesamt 11 Zimmer im Dreisterne-Standard.

Die Hotellerie ist für die erfahrene Gastwirtin Silvia Kaufmann Neuland, und man spürt, sie freut sich über diese neue Aufgabe. Das Mehrbett-Angebot richtet sich an Gruppen und eignet sich für Sport- oder andere Lager oder auch für Familien.

Verpflegt werden diese Gäste in Restaurant und Stübli, wo es insgesamt 90 Plätze hat. Silvia Kaufmann bietet eine Karte mit beliebten Menus an und für Familien auch ein Package mit Spaghetti-Topf, Salatschüssel und grosser Getränkeflasche. Aufenthaltsräume gibt es nicht, denn für Schulung, sportliche Betätigung oder Schlechtwetterprogramme steht die benachbarte Mehrzweckhalle zur Verfügung, wie es im Projekt Nordic Zentrum Gadmen vorgesehen ist.

Problemlose Bauzeit

«Es macht Freude, dass es uns gelungen ist, eine funktionale und gleichzeitig schöne alpine Linie in die Lodge zu bringen ohne unnötig viel Geld auszugeben. Dafür haben wir uns in der Baukommission eingesetzt», sagt Thomas Huber, Präsident der Genossenschaft Gadmer Loge.

Die Bauzeit verlief problemlos, und deshalb kann die Lodge nach zwölf Monaten Bauzeit bereits vor den Herbstferien eröffnet werden. Investiert werden 3,6 Millionen Franken, die Hälfte davon ist Eigenkapital. Zu diesem beigetragen haben 250 Genossenschafter, darunter die Gemeinde Innertkirchen mit 200'000 und weiteren 200'000 Franken durch private Genossenschafter.

Die weiteren finanziellen Mittel kommen von Sponsoren, dem Lotteriefonds des Kantons Bern, Privatstiftungen, Banken und der Schweizerischen Gesellschaft für Hotelkredite. «Weniger als 10 Prozent der Bausumme kam von der öffentlichen Hand und zwei Drittel davon von der Gemeinde Innertkirchen», sagt Huber. Erfreut ist er über die Anzahl der Genossenschafter, die nicht nur aus der Region, sondern aus verschiedenen Schweizer Kantonen und bis von Deutschland und Hongkong kommen. «Wir haben damit ein breites Netzwerk, welches auch für den Hotelbetrieb wertvoll ist», sagt er.

Ein grosses Eigenkapital und ein gutes Netzwerk brauche es auch. «Alpiner Tourismus ist schön und wertvoll aber auch herausfordernd», weiss der Leiter Kommunikation der Kraftwerke Oberhasli AG. Er denkt, dass die künftigen Gäste der Lodge hauptsächlich Menschen sind, welche das Gadmertal bewusst erleben wollen.

Für Sommer und Winter

Die Lodge ist, so Gemeindepräsident Walter Brog, Teil der Entwicklungsstrategie der Gemeinde. Mit dem Bundesamt für Sport wurde das Projekt Nordic Zentrum Gadmen entwickelt. Das Potenzial ist im Sommer und im Winter gegeben: Wandern, Trail Running, Mountainbiken, Radfahrern, Langlaufloipe, Winterwandern, Skitouren, Eisklettern.

Die Umnutzung der einstigen Schulanlage in eine Lodge, in die auch die Mehrzweckhalle einbezogen ist, gehört zur Phase 2 der Massnahmen für die Realisierung des Projekts. Brog ist zuversichtlich. «Wenn das Produkt stimmt, kommen auch die Leute.»

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