Kampfwahl um die Hodel-Nachfolge

Zweisimmen

Er wollte eine stille Wahl verhindern. Darum tritt Hans-Jörg Pfister (73) gegen Beatrice Zeller-Maurer (53) an.

Beatrice Zeller und Hans-Jörg Pfister.

Beatrice Zeller und Hans-Jörg Pfister.

(Bild: PD/Markus Hubacher)

Svend Peternell

Die Nachfolge von Ernst Hodel als Gemeinderatspräsident wird nicht im stillen Wahlverfahren geregelt. Dass es am 17. November zu einer Kampfwahl ums Zweisimmer Gemeinderatspräsidium kommt, ist der Hauptantrieb, warum Hans-Jörg Pfister am Freitag um 14.51 Uhr seine Kandidatur eingereicht hat. «Und da war ich noch der Einzige...» Seine Hauptmotivation lautet: «dass es für die Bevölkerung eine Wahl gibt». Zweisimmen als Gemeinde mit 5300 Einwohnern stehe eine stille Wahl nicht gut an. «Wir leben in einer Demokratie.»

Und um eine Auswahl zu bieten, ist sich das Politurgestein auch mit 73 Jahren nicht zu schade, anzutreten. In den USA gebe es solche, die noch mit 85 Jahren kandidierten, scherzt Pfister. Er selbst fühle sich mit 73 «voller Power». Über seine Wahlchancen hat sich Pfister noch keine Gedanken gemacht. Nur so viel: Wenn sich keine Jungen der Wahl stellen, dann tue er das halt.

Hans-Jörg Pfister nimmt kein Blatt vor den Mund

Wichtig ist ihm die Gesprächskultur. «Jeder soll an den Gemeindeversammlungen Fragen stellen dürfen und hat ein Recht auf anständige Antworten.» Das hat er bisweilen vermisst. Kritisch hat er auch die Entwicklung im Gesundheitswesen verfolgt. Hans-Jörg Pfister gehörte früher der FDP an, ist aber schon lange parteilos/unabhängig. Von 1994 bis 2017 politisierte der Vater dreier Söhne im Grossen Rat. Von 1990 bis 1996 war der Gründer der Zweisimmer Gartenbauunternehmung Animaflor Mitglied des Zweisimmer Gemeinderats.

Pfister gilt als Kämpfer, der keine faulen Kompromisse duldet. Und schon gar nicht ein Blatt vor den Mund nimmt. Er habe auch schon – sagt er – Ernst Hodel und Beatrice Zeller angegriffen und erlebt, dass ein von ihm angeregtes Thema nicht wie versprochen im Gemeinderat traktandiert worden sei.

Beatrice Zeller will die Qualität im Dorf erhalten

Beatrice Zeller-Maurer, die seit 2014 im Gemeinderat politisiert, möchte gerne die Themen, an denen sie im Exekutivgremium arbeitet, weiter vertiefen können. Mit ihrem Ressort Gesundheit und Soziales liegt ihr die Sicherung der Gesundheitsversorgung in der Gemeinde und im Tal sehr am Herzen. «Wir arbeiten an einer guten und nachhaltigen Lösung», blickt sie vorwärts. Sie denkt an die grosse Orientierung der Bevölkerung am 15. Oktober in der Simmental Arena, an der das «Wie Weiter»?» mit Spital und Gesundheitszentrum genauer erörtert werden soll, um den Weg der Zukunft zu zeigen.

Sehr wichtig sind der 53-jährigen FDP-Frau auch der Erhalt der Arbeits- und Ausbildungsplätze, die Weiterentwicklung des Tourismus, die gemeindeeigene Infrastruktur, die Landwirtschaft und die regionale Zusammenarbeit. «Es geht darum, die Qualität im Dorf zu erhalten – auf einem weiterhin hohen Level. Hier wohnen und arbeiten zu können, ist eine grosse Bereicherung für die Bevölkerung. Und dafür will ich mich einsetzen.» Die Kandidatur fürs Gemeinderatspräsidium sieht sie als grosse Herausforderung an. «Und davor habe ich auch Respekt. Die Messlatte von Ernst Hodel ist hoch.»

Beatrice Zeller ist verheiratet und Mutter zweier erwachsener Söhne. Sie arbeitet seit vielen Jahren im gemeinsamen Sanitärgeschäft, wo sie für die Büroarbeiten verantwortlich zeichnet. Sie war 16 Jahre Präsidentin der Musikgesellschaft Zweisimmen und hat dieses Amt Anfang Jahr abgegeben. Jetzt wird sie sich ausschliesslich aufs Euphonium-Spielen konzentrieren. Sie übt für ein Konzert, das Anfang November stattfinden soll.

Berner Oberländer

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