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Kampfjet-Kandidaten testen auch im Oberhasli

Normalerweise sind auf dem Flugplatz Meiringen Hornissen (F/A-18 Hornets) und Tiger (F-5E) zu Hause. In den kommenden Wochen bekommen sie ausländischen Besuch.

Projektleiter Oberst Peter Merz, der ehemalige Meiringer Kommandant, erklärt das Prozedere um einen neuen Jet.
Projektleiter Oberst Peter Merz, der ehemalige Meiringer Kommandant, erklärt das Prozedere um einen neuen Jet.
Bruno Petroni
Von den fünf Bewerbern waren drei schon bei der Evaluation für den Tiger-Teilersatz im Oberhasli getestet worden, so etwa der Gripen von Saab.
Von den fünf Bewerbern waren drei schon bei der Evaluation für den Tiger-Teilersatz im Oberhasli getestet worden, so etwa der Gripen von Saab.
Markus Hubacher
Gesucht wird der Nachfolger für die gegenwärtigen F/A-18 der Schweizer Luftwaffe.
Gesucht wird der Nachfolger für die gegenwärtigen F/A-18 der Schweizer Luftwaffe.
Fritz Lehmann
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Ab nächster Woche könnten die Hornissen der Fliegerstaffel 11 Besuch eines ausländischen Vogels bekommen. Im Rahmen der Evaluation für das neue Kampfflugzeug der Schweizer Luftwaffe werden die fünf Kandidaten einen Testflug im Oberhasli absolvieren. Gestern informierten die Verantwortlichen Vertreter der Gemeinden über das Prozedere.

Die fünf Kandidaten werden jeweils für anderthalb bis zwei Wochen in der Schweiz sein. «Dabei werden sie acht Flüge absolvieren – einen in Meiringen, den Rest in Payern», erklärt Projektleiter Oberst Peter Merz. «Es ist wichtig, dass wir die Jets in der Schweiz im Einsatz sehen, da Topografie und andere Eigenheiten sehr speziell sind.» Dabei wird jedoch nicht immer ein Schweizer mitfliegen können. «Dies ist nur möglich, wenn es die Jets auch als Zweisitzer gibt.» Allerdings sei dies nicht zwingend notwendig, da sich die nötigen Schlüsse auch aus derAuswertung der Daten ziehen liessen.

Es geht um den Lärm

Der Hauptzweck des Flugs in Meiringen ist die Lärmmessung. «Wir bestanden darauf, dass einmal hier geflogen wird, sodass wir klares Zahlenmaterial haben», erklärte Flugplatzkommandant Oberst Reto Kunz. Die Lärmmessungen werden dabei einerseits mit den schon heute installierten Messgeräten und andererseits durch die Empa durchgeführt. «Es ist wichtig, dass eine unabhängige Institution diese Aufgabe wahrnimmt», betont Kunz. «Ein Augenmerk wird dabei der geografischen Situation mit dem Talkessel und den Bergen gelten.»

Aus Fehlern gelernt

Die Jets würden in einer Konfiguration starten, wie das bei Trainingsflügen die Norm sein werde. «Wir haben aus den Fehlern, die im Oberhasli bei der Evaluation der F/A-18 Hornet gemacht wurden, gelernt», sagte Merz. Damals hatte man der Bevölkerung versprochen, dass Starts mit Nachbrenner die Ausnahme bleiben würden. Später zeigte sich, dass für einen effizienteren Trainingsbetrieb mehr Treibstoff nötig war, und deshalb wurde der Einsatz des Nachbrenners bei den Starts zur Norm. Dies sorgte für Ärger in der Bevölkerung.

Ein Alarmstart mit voller Leistung wird nur in Payern durchgeführt. «Die Zahlen lassen sich aber hochrechnen.»

Alte Bekannte

Der zweite Grund für den Besuch der Jets im Oberhasli ist die einzigartige Situation mit einer sehr kurzen Piste und einem sehr steilen Anflug. Der erste Jet in der Schweiz wird in den Kalenderwochen 15 und 16 der Eurofighter sein. Es folgen die Super Hornet von Boeing (17/18), der Rafale von Dassault (20/21), die F-35 von Lockheed (23/24) und der Gripen von Saab (25/26). Drei der Jets waren schon im Rahmen der Evaluation des Tiger-Teilersatzes in Meiringen. Die Daten von damals würden aber nicht einfliessen. «Einerseits weil sie nach Abschluss der Evaluation gemäss Abkommen vernichtet wurden. Andererseits weil sich die Jets seither stark weiterentwickelt haben und nicht vergleichbar sind», erklärt Merz.

An welchem Tag die Kandidaten jeweils ins Oberhasli kommen, wird kurzfristig entschieden, da das Wetter stimmen muss.

Diese fünf Jets lässt Bundesrat Parmelin testen.(Video: Tamedia / AFP / Saab / Lockheed Martin)

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