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Kammermusik zum Auftakt

Das Wihan-Quartett und Pianist Ivan Klánský zeigten zum Auftakt der 14. Mendelssohn-Musikwoche Wengen Kammermusikjuwelen von Dvo?ák und Brahms.

Das mit dem Pianisten Ivan Klánský erweiterte Wihan-Quartett beeindruckte am Eröffnungskonzert zur 14. Mendelssohn-Musikwoche Wengen mit musikalischer Ausdruckskraft und Intensität.
Das mit dem Pianisten Ivan Klánský erweiterte Wihan-Quartett beeindruckte am Eröffnungskonzert zur 14. Mendelssohn-Musikwoche Wengen mit musikalischer Ausdruckskraft und Intensität.
Heidy Mumenthaler

«Passend zum heutigen Inferno-Triathlon und Halbmarathon ist die 14 das Drittel von 42, der Länge in Kilometer eines Marathonlaufes. Auch Felix Mendelssohn war sehr sportlich, wanderte von Interlaken auf die Wengernalp. Seine Früchte als Musiker, Komponist und Kapellmeister dürfen wir während dieser Festivalwoche geniessen», begrüsste Präsident Martin Tschanz.

Ein Meisterwerk von Brahms

Zum Auftakt der 14. Mendelssohn-Musikwoche Wengen erklangen gleich zwei Juwelen der Kammermusik: Das vor über 30 Jahren in Prag gegründete Wihan-Quartett bot Einblick in die Musik Antonin Dvo?ák . Es eröffnete mit dem selten zu hörenden Streichquartett Nr. 11 C-Dur op. 61 und präsentierte Perspektiven, wie sie nur selten zugänglich sind.

Das Ensemble, welches erstmals an der Mendelssohn-Musikwoche in Wengen auftrat, erkundete die vielen Schichten des Quartetts, welches beethovensche und schubertsche Charakteren der tschechischen Tradition gegenüberstellte. Erquickend, melodiös und klangvoll musizierten Leoš ?epický und Jan Schulmeister, Violinen, Bratschist Jakub ?epický und Cellist Michal Kanka.

Unglaublich, was der Bratschist aus seinem kaum grösser als eine Violine in Erscheinung tretende Instrument entlockte. Es war traumhaft, den Künstlern zu lauschen. Sie offenbarten auf 1280 Meter über Meer Quartettkunst auf höchstem Niveau: frisch und spontan, wenn nötig auch kraftvoll zupackend und mit voller lyrischer Expressivität in den langsamen Sätzen.

Nach der Pause kamen die aussergewöhnlichen Qualitäten der Interpreten im klangvollen Meisterwerk von Johannes Brahms, dem grossartigen Klavierquintett f-Moll op. 34 ein weiteres Mal zum Tragen.

Das mit dem bekannten Pianisten Ivan Klánský erweiterte Wihan-Quartett beeindruckte mit musikalischer Ausdruckskraft und Intensität. In prägnantem, spassvollem, thematisch ablösendem Zusammenspiel kamen enorme Strukturen, rigorose Entwicklungen, berührende Harmonien, gesangliche Melodien und mitreissenden Rhythmen zu Gehör. Tänzerisch leicht spielten die Künstler sich die konzertanten Passagen und Melodien zu.

Abschied mit Scherzo

Der Pianist fügte sich gefühlvoll ins Geschehen ein. Typische Klaviereigenheiten wie volle Akkorde und Figurationen brachten Licht ins Klangbild und verbanden, ohne zu forcieren, sich ideal mit den Streichern.

Lebendig, markant setzten die einzelnen Instrumente ein. Fantastisch wirkten die klare, liebliche Tongebung und das geschmeidige Spiel, als ginge alles ohne jegliche Anstrengung. Langanhaltender Applaus erforderte eine Zugabe, in welcher die Künstler mit Schmiss sich ein weiteres Mal Dvo?ák zuwandten und sich in tschechischer Manier mit einem Scherzo verabschiedeten.

Grosse Begeisterung

Das Eröffnungskonzert löste grosse Begeisterung der Zuhörenden aus: «Es hat mir gut gefallen», «wir waren nahe an den Musikern», «die Interpretationen waren grossartig und intensiv». «Der Schluss von Brahms’ Klavierquintett war atemberaubend. Die Geigen brachten die Kirche zum Schwingen und uns Zuhörende in Schwingung.» «Ivan Klanskys Klavierklänge standen in einem Dialog zu den Geigen und dem Cello.»

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