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Kammermusik vom Feinsten zum Abschluss

Ein bereicherndes Festival ist ausgeklungen: Zum Finale der Musikfestwoche Meiringen sorgte das Ensemble ­Saitenwind für kammermusikalische Glanzpunkte.

Das Streicheroktett Saitenwind verband in Mendelssohns Jugendwerk auf hoch virtuose Weise das Symphonische mit kammermusikalischer Transparenz.
Das Streicheroktett Saitenwind verband in Mendelssohns Jugendwerk auf hoch virtuose Weise das Symphonische mit kammermusikalischer Transparenz.
Heidy Mumenthaler

Der erst sechzehnjährige Mendelssohn schuf mit seinem Oktett op. 20 eines der eindrucksvollsten Kammermusikwerke. Sein bedeutendstes Jugendwerk für acht Streicher setzte am Abschlusskonzert der Musikfestwoche Meiringen einen ersten Glanzpunkt. Das Streicheroktett Saitenwind verband auf hoch virtuose Weise das Symphonische mit kammermusikalischer Transparenz. Angriffig und vollklingend musizierten Christian Altenburger, Matthias Enderle, Susanne Mathé, Hyunjong Reents-Kang an der Violine, Hannes Bärtschi, Christoph Schiller an der Viola und Patrick Demenga, Mirjana Reinhard am Cello.

Brillant und quicklebendig setzten die Künstlerinnen und Künstler Mendelssohns Zeugnis und Symbol strahlender Jugend um. Federleicht, scheinbar geisterhaft in die Luft gehoben wirkte das Scherzo staccato und pianissimo vorgetragen, gegenseitig die Motive zuwerfend, untermalt mit einzelnen Tremulandoschauern und leicht aufblitzenden Pralltrillern. Rasant erklang der Schlusssatz, markant und prägnant übernahmen die Instrumentengruppen ihre Fugeneinsätze. Vorzüglich verwob das Oktett den Charakter des Perpetuum mobile und die Meisterschaft im Kontrapunkt.

Brillant, farbig bereichernd

Höhepunkt des Festivalfinals bildete Franz Schuberts populäres Oktett D 803 für Klarinette, Horn, Fagott und Streicher. Der Gefühls- und Ausdrucksreichtum, welches Schuberts Meisterwerk offenbart, wurde durch eine brillante, farbig bereichernde Ensemblekultur gekrönt. Besonders aufhorchen liess das Einfühlungsvermögen der Bläser. Berückend schön intonierten Ulf Rodenhäuser, Klarinette, Olivier Darbellay, Horn, und Diego Chenna, Fagott, durchweg in allen Piano-pianissimo-Bereichen zart zum Streicherklang.

Die Klarinette korrespondierte mit ihren Pastellfarben. Horn-, Fagott- und Klarinettensoli fügten sich plastisch ein, die Geigen agierten präzise, die Kantilenen des Violoncellos wirkten wohltuend. Das Ensemble brillierte mit Kantabilität und grossem Können bei der Umsetzung von Schuberts langen Atembögen. Rhythmisch elegant, voller Spannkraft und Spielwitz, und die Agogik wurde voll ausge­kostet.

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