Kammermusik mit «Titanic»-Band

I Salonisti, die Bordkapelle des oscarprämierten Monumentalfilms, sind nur ein Highlight der Mendelssohn-Musikwoche, die vom 20. bis 27. August stattfindet.

«I Salonisti» mit dem Schweizer Violonisten Lorenz Hasler (ganz rechts).

«I Salonisti» mit dem Schweizer Violonisten Lorenz Hasler (ganz rechts).

(Bild: zvg)

Im August 1842 fertigte der damals 33-jährige Felix Mendelssohn Bartholdy oberhalb von Wengen eine Skizze des Dorfes mitsamt der Jungfrau an, die als älteste Darstellung des Dorfes gilt.

Spätestens seit 2004 – damals wurde in der sogenannten Mesti eine Gedenkstätte eingeweiht – sind Mendelssohn und Wengen untrennbar miteinander verbunden, und ein Jahr später fand dort die erste MendelssohnMusikwoche statt. Ein Kammermusikanlass, der sich längst eta­bliert hat: Von 20. bis 27. August steht bereits die zwölfte Austragung auf dem Programm.

Der künstlerischen Leiterin der Musikwoche, Beatrix Jerie, ist es erneut gelungen, ein vielseitiges Programm mit klingenden Namen zusammenzustellen. Eindrücklich ist bereits der Eröffnungsanlass vom Samstag, 20. August: Das Guarneri-Trio aus Prag spielt jeweils ein Klaviertrio von Mozart, Mendelssohn und Schubert, wobei insbesondere Letzteres als Monumentalwerk in der Klaviertrioliteratur gilt.

Das Guarneri-Trio besteht seit 30 Jahren in unveränderter Besetzung: Ivan Klànský am Klavier, Cenek Pavlík an der Violine und Marek Jerie – der Ehemann der künstlerischen Leiterin – am Violoncello.

Drei Brüder in einem Quintett

Ebenso vielversprechend ist das Violinrezital von Jan Mracek am Folgetag: Der 23-jährige Tscheche, ein aufstrebender Star an der Violine, spielt zwei Sonaten von Mendelssohn, eine von Mozart und eine von Brahms.

Am 23. August geht es weiter mit dem jungen Benyounes-Quartett, das zu den erfolgreichsten Ensembles von England gehört. Unter anderem hat diese Formation das einzige Streichquartett von Debussy im Programm, das bewusst losgelöst von der Wiener Klassik komponiert wurde.

Als Höhepunkt zu bezeichnen ist sicherlich das Konzert von I Salonisti am 24. August. Das international besetzte Quintett, wurde durch seinen Auftritt als Bordkapelle in James Camerons Film «Titanic» im Jahr 1995 weltbekannt.

Die Gruppe um den Schweizer Violinisten Lorenz Hasler hat von Ravel bis Piazzolla ein bunt gemischtes Programm bereit, darunter einige Tänze. Am 26. August bestreitet der Neapolitaner Sandro de Palma einen Klavierabend mit Mozart, Clementi, Schubert und Mendelssohn.

Drei Brüder zum Finale

Am 27. August folgt der Abschluss mit dem Moraguès-Blä­serquintett. Speziell an dieser Gruppe ist, dass drei Brüder – Michel, Pascal und Pierre Moraguès – gemeinsam musizieren.

Neu dabei ist Giorgio Mandolesi am Fagott; der Fünfte im Bunde ist der Oboist David Walter, der Mendelssohns Streichquartett in a-Moll für Bläser arrangiert hat. Weiter im Programm ist Mozarts Divertimento in B-Dur sowie ein Überraschungsprogramm nach der Pause.

Alle Konzerte finden in der reformierten Kirche statt. Ticketpreise:55 Franken für ein Konzert, 100 Franken für 2 Konzerte, 240 Franken für alle 6 Konzerte. Reservation oderdirekter Vorverkauf bei der Tourist Information Wengen (Telefon 033 856 85 85). Informationen unter www.mendelssohn-wengen.ch

Berner Oberländer

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