Käserei war das Hauptthema

Adrian Bieri übergibt das Präsidium der Bauernvereinigung Obersimmental an Hansjürg Gobeli. An der Versammlung informierte Donat Schneider, Geschäftsführer der Aaremilch AG, über die ­geplante Naturparkkäserei in Oey-Diemtigen.

Die Hauptpersonen: Donat Schneider (l.), Referent zum Projekt Naturparkkäserei Diemtigtal, und Hansjürg Gobeli, neuer Präsident der Bauernverei­nigung Obersimmental.

Die Hauptpersonen: Donat Schneider (l.), Referent zum Projekt Naturparkkäserei Diemtigtal, und Hansjürg Gobeli, neuer Präsident der Bauernverei­nigung Obersimmental.

(Bild: Fritz Leuzinger)

Die ordentlichen Geschäfte der von Adrian Bieri letztmals als Präsident geleiteten Hauptversammlung der Bauernvereinigung Obersimmental waren nicht umstritten. Im Jahresrückblick liess Bieri die Landwirtschaftspolitik seiner acht Präsidentenjahre kurz Revue passieren. Mit Applaus wurde dann Landwirt Hansjürg Gobeli aus dem Fermel/St. Stephan zum neuen Präsidenten gewählt.

Gesteigerte Wertschöpfung

Zum Hauptthema der Versammlung wurden die Informationen über ein laufendes Projekt: Für die Realisierung einer Aaremilch-Käserei in Oey-Diemtigen wurde im Januar aus dem bis­herigen Verein die eigenständige Naturparkkäserei Diemtigtal AG. Die Gesellschaft macht sich zum Ziel, mit wirtschaftlicher Milchverarbeitung und Milchproduktion eine Steigerung der Wertschöpfung für die Milchproduzenten anzustreben.

Präsidiert wird das Unternehmen durch den Wimmiser Hansueli Jungen, Milchproduzent und Verwaltungsrat der Aaremilch AG. Mit der Genehmigung der Zonenplanänderung (siehe Kasten) steht nun der Bau einer Grosskäserei auf der Ansmatte gegenüber der Industriezone Mühle Burgholz im Vordergrund.

Gastreferent Donat Schneider, Geschäftsführer der Aaremilch AG in Lyss, sagte zum künftigen Käsereistandort Ansmatte: «Die Aaremilch AG sammelt rund 50 Millionen Kilogramm Milch aus dem Oberland und führt diese am Standort der Naturparkkäserei vorbei talwärts. Mit dem sehr gut erschlossenen Gebiet Ansmatte kommt die Käseproduktion auf kürzeren Transportwegen – ohne Durchfahrten durch Dörfer – in die Bergzone innerhalb des Naturparkperimeters.» Der Flächenbedarf betrage 140 Aren und etwa 1500 Quadratmeter für die Erschliessung.

Produktion für den Export

Für die Energieversorgung des teilunterkellerten, dreigeschossigen Käsereineubaus mit Käselager wird ein Wärmeverbund mit der Industriezone Burgholz durch die nahe gelegene Schnitzelheizung eines Holzverarbeitungsbetriebs angestrebt. Pro­duziert werden hauptsächlich Halbhart- und Hartkäse für den Export.

Für die erfolgreiche Vermarktung der Bergprodukte wird auch das Label Naturpark Diemtigtal in Verbindung gebracht. Zu Beginn sollen 20 Millionen Kilogramm Milch verarbeitet werden, im Endausbau wurde von 30 Millionen gesprochen.

Ein halber Rappen pro Kilo

Zur Finanzierung des Natur­parkkäse-Projektes kann die Aaremilch AG nicht aus dem Vollen schöpfen. Die Milchbauern im Aaremilch-Unternehmen müssen selbst Geld zusammenlegen. Referent Schneider: «Während fünf Jahren sollen die Milch­produzenten auf einen halben Rappen pro Kilo Milch als In­vestition verzichten. Bis zur frühestmöglichen Inbetriebnahme im Jahr 2019 dürfte so einiges Geld zusammenkommen.»

Kritische Fragen

Es gab auch kritische Stimmen zum Projekt. Unter anderem wurden der Kulturlandverschleiss mit der Aufhebung eines Landwirtschaftsbetriebes und der angestrebte Export thema­tisiert. Donat Schneider antwortet darauf: «In Amerika ist die ­Käsenachfrage um 115'000 Tonnen gestiegen. Wir sind deshalb vom Projekt überzeugt und wollen kein Worst-Case-Szenario.» Das weitere Vorgehen ist ein ­ordentliches Bauverfahren, und der Baustart dürfte im Herbst 2017 erfolgen.

Berner Oberländer

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