Jonathan Schmid hat den Anschluss an die Spitze geschafft

Der Adelbodner Jonathan Schmid setzt sich hohe Ziele: In 3 Stunden und 5 Minuten will er am Jungfrau-Marathon ins Ziel laufen.

Jonathan Schmid ist immer schnell unterwegs. Foto: PD

Jonathan Schmid ist immer schnell unterwegs. Foto: PD

«Freude haben während des Wettkampfs ist das Allerwichtigste», sagt Jonathan Schmid. Das heisst aber nicht, dass er sich nicht hohe Ziele setzt. Am Samstag will er das Jungfrau-Marathon-Ziel auf der Kleinen Scheidegg nach 3 Stunden und 5 Minuten erreichen, was einem Spitzenplatz gleichkäme. Dass sich der 27-Jährige so hohe Ziele setzen kann, ist erstaunlich, begann er doch erst vor vier Jahren, ernsthaft zu trainieren.

Schmid startete bereits 2014 am Jungfrau-Marathon und erreichte das Ziel nach 4 Stunden und 25 Minuten. Ein Jahr später war er bereits 45 Minuten schneller und 2016 noch einmal eine Viertelstunde. Wie kam das? «Ich belegte am Vogellisi-Berglauf 2015 den 3. Platz, obschon ich eigentlich bis dahin nie trainiert hatte», schaut Schmid zurück, «einige Leute attestierten mir danach ein grosses Potenzial.»

Also suchte sich der Adelbodner einen Coach, der ihm Trainingspläne zusammenstellte, die nach Tests alle drei Monate angepasst wurden. «So lief das ein Jahr lang», erzählt er, «im Herbst 2016 machte mir dann der routinierte Langstrecken- und Waffenläufer Martin von Känel das Angebot, mich zu trainieren.» Und das ist noch heute so. «Wenn wir zusammen laufen, kann Martin meine Lauftechnik und mein taktisches Verhalten jeweils sofort korrigieren», nennt Schmid einen der Vorteile der Zusammenarbeit. Ein weiterer Schritt zum Spitzenbergläufer war der Wechsel des Berufs. Schmid ist gelernter Bäcker-Konditor, sein Arbeitstag begann jeweils um 2.30 Uhr nachts. Nun ist er bei einem Getränkelieferanten angestellt und trainiert je nach Arbeitsanfall 10 bis 14 Stunden wöchentlich.

Spitzenresultate blieben nicht aus. 2017 wurde Jonathan Schmid Berglauf-Schweizer-Meister und gewann unter anderem den Brienzerseelauf. 2018 belegte er an den Berglauf-Langdistanz-Weltmeisterschaften als bester Schweizer den 6. Rang. Dieses Jahr schaute an den Berglauf-Europameisterschaften in Zermatt Platz 11 heraus. Am diesjährigen Inferno-Halbmarathon war er als Zweitschnellster auf dem Schilthorn.

Und jetzt kommt also der Jungfrau-Marathon. Das (hohe) Ziel ist gesetzt. Das Publikum kann mithelfen, dass es erreicht wird. Jonathan Schmid wird mit der Startnummer 106 unterwegs sein.

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