Bergrettung: Jetzt mit Wärmebildkamera unterwegs

Lauterbrunnen

Am Dienstag stellten die Verantwortlichen von Air-Glaciers und Lions Air Group das neue Wärmesuchsystem Flir vor. Vor allem die Suche nach vermissten Personen soll damit vereinfacht werden.

Dino Janser (r.) und Jürg Fleischmann von der Lion Air erklärten den interessierten Besuchern gestern, wie das Flir funktioniert.<p class='credit'>(Bild: Bruno Petroni)</p>

Dino Janser (r.) und Jürg Fleischmann von der Lion Air erklärten den interessierten Besuchern gestern, wie das Flir funktioniert.

(Bild: Bruno Petroni)

«So zwischen fünf- und achtmal pro Jahr wären wir in der Vergangenheit froh gewesen, dieses Suchgerät einsetzen zu können»: Christian von Allmen, Basisleiter der Air-Glaciers Lauterbrunnen, ist ein erfahrener Bergrettungspilot.

Als solcher kann er ein Lied davon singen, was es heisst, unter grossem Zeitdruck einen vermissten Menschen zu suchen. Bei diffusen Lichtbedingungen, bei Nacht und in schwierigem, unbegehbarem Gelände stiess man bei der Bergrettung und der Suche nach Personen oder Tieren bisher manchmal an Grenzen.

Jetzt kann die Air-Glaciers in Zukunft auf das Flir-System (Forward Looking Infrared) zählen. Dieses zeigt die Wärmestrahlungen von Objekten auf dem Monitor an, die für das menschliche Auge nicht sichtbar sind. Ein Operator lenkt von der Kabine aus die Wärmebildkamera, die am Einstiegssteg des Helikopters angebracht ist.

Für Joystick-Erfahrene

Air-Glaciers und Lions Air, die beide über die gleichen EC-135-Rettungshelikopter verfügen, funktionieren quasi als «Back-up-Partner». So betreiben sie zusammen an elf Standorten 21 Heli­kopter verschiedener Typen. Die Lions Air wendet das Flir schon seit sieben Jahren im In- und Ausland an; «meist zu Grenzüberwachungen», ergänzt Jürg Fleischmann, Gründer und Co-Inhaber der 31-jährigen Lions Air.

Fünfzig Vertreter des Kantons und des Gesundheitswesens, von Feuerwehr, Polizei, Bergrettung und weiteren Rettungsorganisationen liessen sich gestern auf der Air-Glaciers-Basis alles Wissenswerte über das Flir erklären.

«Wir haben gemerkt, dass vor allem die junge Generation mit Joystickerfahrung sehr rasch lernt, mit der Flir-Steuerung umzugehen», sagt Dino Janser, der sowohl als Rettungspilot als auch als Operator bei der Lions Air beschäftigt ist.

«Neue Möglichkeiten»

In Lauterbrunnen werden die Flughelfer eine Ausbildung zum Operator geniessen, damit die Air-Glaciers im Ernstfall unabhängig und autonom mit dem System arbeiten kann. «Mit dem Flir verfügen wir jetzt über ein nützliches Produkt, das uns neue Möglichkeiten eröffnet und das unseren Dienstleistungsumfang markant vergrössert», freut sich Basisleiter Christian von Allmen.

Berner Oberländer

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