Oberried

Jetzt lassen Holländer die Millionen fliessen

OberriedDer Bau des Ferienresorts in Oberried ist greifbar nah. Grund ist die Zusage von Millionen aus Luxemburg. Eine Familie aus Holland stellt durch ihre Vermögensverwaltung in Luxemburg das Risikokapital zur Verfügung.

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Was lange währt, kann endlich gut kommen: Seit 2009 geplant und den Grundstein mit der Annahme der Überbauungsordnung durch die Oberrieder Gemeindeversammlung im 2012 gelegt, rückt der Baustart für das Ferienresort in Oberried am Brienzersee in diesen Tagen näher. Grund ist der Einstieg des Investors «De Raekt», ein Single Family Office mit Sitz in Luxemburg.

«Von den 45 Millionen Franken, die für den Bau der ersten Etappe nötig sind, übernehmen wir zwei Drittel», diktiert Direktor Paul Wehrens an diesem Mittwoch am Restauranttisch eines 4-Stern-Hotels in Luzern dem Schreibenden in dessen Notizblock.

Den verbleibenden Drittel teilen sich zwei Gesellschaften, deren Namen der gebürtige Holländer mit Wohnsitz in Belgien nicht preisgeben will. Sowenig wie er sich den Namen und die Höhe des Vermögens der wohlhabenden Familie aus Holland entlocken lässt, deren Gelder von De Reakt verwaltet wird.

Teil der Familie in der Schweiz

Gemäss Wehrens soll ein Teil der Familie in der Schweiz leben und die Region am Brienzersee mehrmals besucht haben. «Sie waren beeindruckt von der Schönheit des Resort-Grundstücks in Oberried und das bin ich auch», schwärmt Wehrens.

Doch Schönheit alleine sei kein Grund für ein Investment, relativiert der gelernte Wirtschaftsprüfer und fügt an: «Wir haben von Luxemburg aus Experten losgeschickt, um professionelle Abklärungen zu treffen und haben die uns vorliegenden Papiere der Bauherrschaft First Projektmanagement AG unter die Lupe genommen», sagt Wehrens.

Sorgfältig habe die Vermögensverwaltung auch die Nachfrage nach solchen Wohnungen, wie sie in Oberried geplant sind, gecheckt. «Nach Abschluss dieser Arbeiten kamen wir zum Schluss, dass sich an diesem Ort eine langfristige Investition lohnt», bilanziert Wehrens. Dieser spricht von der Absicht der De Raekt, der Bauherrschaft auch beim Bau der zweiten und dritten Etappe finanziell unter die Arme zu greifen.

Noch nichts entschieden

Für die beiden letzten Bauetappen habe man jedoch noch keine schriftlichen Vereinbarungen gegetroffen, sagt Wehrens, fügt aber im gleichen Atemzug an, dass das Resort ja erst mit dem Abschluss der dritten Etappe richtig fertig ist. «Und dass dies auch dereinst so sein wird, daran haben wir grosses Interesse», stellt Wehrens klar.

Erfreute Bauherrschaft

«Für uns ist es natürlich ein Glücksfall, dass wir mit der Firma De Raekt einen professionellen Anleger gefunden haben», sagt Guido van Hoogdalem, der mit seinem Landsmann Kees Jan De Jong in der juristischen Person der Firma First Projektmanagement AG die Bauherrschaft inne hat.

Mit dem Einstieg des Investors habe man nun auch gute Karten bei den Banken, sagt van Hoogdalem und sagt, dass eine grosse Schweizer Bank – den Namen will der gebürtige Holländer mit Wohnsitz Bönigen nicht sagen – jetzt beim Resort auch mit im Boot ist.

«Was man aber sagen muss und dies sind meine Erfahrungen nach unzähligen Verhandlungen, ist, dass keine Bank in der Schweiz auch nur einen Rappen für ein solches Projekt locker macht, wenn die Bauherrschaft nicht nachweisen kann, dass 90 Prozent der Wohnungen verkauft sind», sagt van Hoogdalem klipp und klar.

Verkauf und Werbung wird bei van Hoogdalem und De Jong denn auch gross geschrieben, auch wenn beide in der Vergangenheit die Haltung vertreten hatten «zuerst bauen, dann verkaufen.»

Von den in der ersten Etappe zu erstellenden 71 Wohnungen meldet Kees Jan De Jong deren 28 als verkauft und zusätzliche 16 als reserviert. «Es ist klar, dass wir weiterhin grosse Verkaufsaktivitäten auf internationalem Parkett auslösen werden, sei dies nun an Messen oder in Hotels und dies alles in England, Deutschland und Holland», sagt De Jong. Schweizer Interessenten werden von der Immobilienfirma Engel & Völkers betreut.

Herbst 16 oder Frühling 17

Was den Einzug der ersten Käufer nach Abschluss der ersten Bauetappe angeht, ist dies noch Zukunftsmusik. Guido van Hoogdalem rechnet nicht vor Ende 2016.

«Eventuell wird es auch Frühling 2017 sein», sagt er. Zuerst wollen die Holländer mit dem Bau beginnen. «Im laufenden Monat gilt es jetzt noch, die notwendigen Papiere bezüglich dem Grundstück und die Verträge mit Bauunternehmern zu bereinigen», sagt van Hoogdalem. Dann stehe jedoch mit Blick auf en Monat Oktober dem Spatenstich definitiv nichts mehr im Wege.

71 Wohnungen in erster Phase

Die erste Bauphase mit einem Volumen von 45 Millionen Franken beinhaltet die Erstellung von acht Häusern mit insgesamt 71 Wohnungen, einem Schwimmbad, Reception, Shop, Restaurant und Einstellhalle. Letzteres wird eines der ersten zu erstellenden Bauten sein. Im Endausbau sollen auf dem Resortareal dereinst 155 Wohneinheiten in insgesamt 26 Häusern zum Bezug bereit sein.

Das gesamte Bauvolumen des Ferienresorts beträgt 100 Millionen Franken.

Oberli: «Sind im Endspurt»

Oberrieds Gemeindepräsident Andreas Oberli bestätigt auf Anfrage, dass er mit Paul Wehrens Kontakt hatte und Informationen austauschte. «Er hat mir auch gesagt, dass in Oberried gebaut wird und somit denke ich, dass der Baubeginn nicht mehr weit ist», sagte Oberli. In der kommenden Woche setzt sich der Gemeindepräsident mit Vertretern der Bauherrschaft zusammen.

«Es geht um finanzielle Dinge und hoffentlich werde ich das Datum für den Spatenstich erfahren.» (Berner Oberländer)

Erstellt: 03.09.2015, 17:58 Uhr

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Nach 6 Jahren Planung und Verhandlungen steht dem Baustart nichts mehr im Wege

Sollte der Spatenstich für die erste Etappe des Ferienresorts in Oberried in dieser Herbstzeit Tatsache werden, darf dies sicherlich als Meilenstein bezeichnet werden.

November 2012: Nachdem die Planungsarbeiten bereits drei Jahre andauern, genehmigt die Gemeindeversammlung die Überbauungsordnung Ferienresort. Damit ist der Weg für die Bauherrschaft frei, ein Baugesuch einzureichen.

Mai 2013: Dies tut die Bauherrschaft und der Projektverantwortliche Guido van Hoogdalem sagt: «Der Baustart ist für Oktober geplant.» Zwei Einsprachen verzögern jedoch das Baubewilligungsverfahren.

November 2013: Die Baubewilligung für das 100 Millionen Franken teure Bauresort in Oberried liegt vor.

Januar 2014: Die Regionalkonferenz Oberland-Ost lädt zu Medienorientierung «Ferienresort Brienzersee» und lobt die visionäre Bauherrschaft. Guido van Hoogdalem: «Der Baustart wird im Sommer sein.»

Mai 2014: Oberrieds Gemeindepräsident Andreas Oberli bestätigt an der Gemeindeversammlung den Baustart im Sommer.

August 2014: Die Finanzierung des 100-Millionen-Resorts ist noch nicht gesichert. Guido van Hoogdalem verhandelt mit einer Schweizer Grossbank . Der Aushub soll aber aber noch im laufenden Jahr erfolgen.

November 2014: «Wir werden noch in diesem Monat mit dem Bau beginnen», sagt Guido van Hoogdalem dieser Zeitung mit der Begründung, dass ein Privatinvestor eingestiegen ist und die Finanzierung gesichert sei.

Dezember 2014: Noch keine Bagger in Sicht, lehnt die Gemeindeversammlung den Bau der Wasserleitung auf dem Resortgelände ab und fordert von der Bauherrschaft konkrete Informationen über den Bau. Derweilen beginnen auf dem Gelände die Abbrucharbeiten der ehemaligen Feuerwerk-Gebäude.

Februar 2015: Weiterhin sind keine Bagger zu sehen. Als ein Grund gibt Guido van Hoogdalem zusätzliche Reinigungsarbeiten (Kontamination) auf jenem Teil des Geländes an, wo sich 2013 die verheerende Explosion ereignete. Zudem hat die Euro-Kurskorrektur potenzielle Investoren abgeschreckt und zu vereinzelten Rückzügen geführt.

Mai 2015: Die Abbrucharbeiten sind beendet und die Sanierung des Brandplatzes ist abgeschlossen.

Juni 2015: Die beiden Vertreter der Bauherrschaft First Projektmanagement AG, Guido van Hoogdalem und sein holländischer Landsmann Kees-Jan de Jong informieren an der Gemeindeversammlung in Oberried über den Stand des Projekts und beteuern: «Wir fangen 2015 an.»

August/September 2015: Der Investor De Raekt BV übernimmt den Grossteil der Finanzierung für die erste Bauetappe. Der definitive Baustart wird für diesen Herbst in Aussicht gestellt.

Reiche Familien und ihr Vermögen

Der aus dem angelsächsischen Raum stammende Begriff Family Office bezeichnet Organisationsformen und Dienstleistungen, die sich mit der Verwaltung privater Grossvermögen befassen. Als Organisationsformen stehen dabei entweder familieneigene Gesellschaften zur Verfügung, in denen das Familienvermögen gebündelt wird, oder Gesellschaften bzw. Abteilungen von Banken, die Finanzdienstleistungen für diese Kundengruppe erbringen.

Ursprünglich gründeten sehr vermögende Familien zur optimalen Bewirtschaftung ihrer privaten und unternehmerischen Vermögenswerte und Verpflichtungen eigene Familiengesellschaften. In Europa gibt es über 4000 Firmen, die Family-Office-Dienstleistungen erbringen, 750 davon widmen sich ausschliesslich den Geschäften einer einzigen Familie, beispielsweise die Jacobs Holding in der Schweiz.

Jedes dieser Single Family Offices verwaltet Anlagevermögen von mindestens 100 Millionen US-Dollar, wobei die empfohlene Mindestgrösse für ein Single Family Office bei mindestens 500 Millionen Schweizer Franken liegt.

Quelle: Wikipedia

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