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«Jetzt geht es um die Wurst»

Vor den Gemeindeabstimmungen über den Direktanschluss der Gewerbezone auf dem Flugplatz Interlaken an die Autobahn luden Behörden und Planer noch einmal zu einem Informationsabend ein.

Um Arbeitsplätze in der Region zu halten, schieden Matten und Wilderswil nach der Aufhebung des Militärflugplatzes Interlaken auf dem Flugplatzareal eine Gewerbezone aus. Deren ursprüngliche Erschliessungsstrasse entlang der Lütschine musste nach dem Hochwasser 2005 dem neuen Damm weichen. Seither verläuft der Zugang zu den Gewerbebetrieben provisorisch über einen Bahnübergang, einen wichtigen Schulweg und den schmalen Mittelweg.

Die definitive Erschliessung soll künftig direkt vom Autobahnanschluss mit einer Unterführung unter den Bahngleisen durch auf den Flugplatz führen. Auf dem Flugplatz soll ein Strassenast zum geplanten Tunnel der Dorfumfahrung Wilderswil abzweigen, der zugleich Entlastungsstollen für extreme Hochwasser wäre.

«Einmalige Chance»

«Über dieses Projekt haben wir schon öfter berichtet», sagte Ma­thias Boss, Verkehrsplaner der Regionalkonferenz Oberland-Ost, am Donnerstagabend in Wilderswil. «Aber jetzt gehts um die Wurst.» Denn am 21. Mai stimmen die Wilderswiler an der Urne über einen Kredit von 2,6 Millionen Franken ab, ohne den der ­Direktanschluss nicht gebaut werden kann. Und am 1. Juni entscheidet die Gemeindeversammlung Matten über ihren Anteil von 2,6 Millionen.

Wilderswils Gemeindepräsidentin Marianna Lehmann und Mattens Gemeindepräsident Peter Aeschimann wiesen eindringlich auf die Bedeutung der Gewerbezone für vielfältige, nicht einseitig vom Tourismus abhängige Arbeitsplätze und Lehrstellen für die ganze Region hin. Und sie betonten die einmalige Gelegenheit, da der Direktanschluss, der insgesamt gut 13,8 Millionen Franken kostet, ins Aggloprogramm aufgenommen wurde und so Bund und Kanton den Grossteil der Kosten übernehmen.

Am Infoabend wollte ein Bürger von den Verantwortlichen wissen, ob die Gemeinde Wilderswil wegen ihrer grossen Projekte die Steuern erhöhen muss oder noch weitere Massnahmen plant. Gemeinderätin Heidi Schläppi konnte in ihrer Antwort eine Steuererhöhung zwar nicht ausschliessen. Sie erklärte aber auch, dass die finanzielle Entwicklung davon abhänge, wie schnell diese Projekte für insgesamt 22,5 Millionen Franken, die im Wilderswiler Finanzplan ­stehen, umgesetzt würden. Sie hielt auch fest, dass sicher nicht alle auf einmal gebaut werden können.

Andere Bürger waren überzeugt, dass der Direktanschluss eine gute Investition in Arbeitsplätze und damit auch Steuererträge der Gemeinden sei. Und sie wiesen auf die Bedeutung des Projekts für die Verkehrssicherheit auf dem Schulweg und auch für die Umfahrung hin, die das Dorf schon seit 60 Jahren ­wünsche.

Die Kulturlandfrage

Anders als bei früheren Orientierungen war der Besucherandrang an der Versammlung nicht mehr sehr gross. Und zum Kulturlandverlust für die Bauern durch die drei aktuellen Grossprojekte – Direktanschluss, Dorfumfahrung und Hochwasserschutz – kamen keine Fragen mehr.

Denn nach der gescheiterten Landumlegung suchten die Trägerschaften mit dem Inforama Hondrich und jedem einzelnen Landwirtschaftsbetrieb nach Lösungen und bekamen von der Armasuisse auch Land für Realersatz im Bereich der Piste, die rekultiviert wird. Nach Auskunft von Landwirtschaftsberater Tobias Furrer kann der Landverlust zwar nicht vollständig real ersetzt werden, aber doch so, dass die drei Grossprojekte den Betrieben nicht an die Existenz gehen.

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