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Interesse für Trockenmauern

Mit einem «Tag der offenen Baustelle» zeigten die Gemeinde und der Uferschutzverband Thuner- und Brienzersee (UTB) die Sanierungsarbeiten am Hohlweg. Über 60 Interessierte besuchten die Trockenmauerbaustelle.

Etliche Besucher nutzten die Gelegenheit, sich unter Anleitung der Fach­leute einmal selber im Trockenmauerbau zu versuchen.
Etliche Besucher nutzten die Gelegenheit, sich unter Anleitung der Fach­leute einmal selber im Trockenmauerbau zu versuchen.
Sibylle Hunziker

Der Hohlweg ist Teil des Pilgerwegs und ein historischer Verkehrsweg von nationaler Bedeutung. Zugleich braucht ihn die Gemeinde Ringgenberg, um den Geschiebesammler Tägerlouena am Zusammenfluss der Rütigräben zu leeren, und wollte ihn deshalb schon lange verbreitern. Zusammen mit dem UTB hat sie nun ein Projekt ausgearbeitet, das seit letztem Herbst umgesetzt wird. Damit der Wanderweg trotz Verbreiterung seinen ursprünglichen Charakter bewahren kann, werden die zum Teil zerfallenen Trockenmauern geflickt, über weite Strecken neu aufgebaut und wo nötig versetzt. «Ein Glücksfall», stellte Gemeindepräsident Samuel Zurbuchen zufrieden fest.

Am «Tag der offenen Baustelle» erklärten Trockenmauerspezialist Thomas Murkowsky und sein Team, wie mit dem Projekt die Interessen von Kulturgüterschutz und Schutz vor Natur­gefahren, Wanderern und Landwirtschaft unter einen Hut gebracht werden. Und sie zeigten, wie sie mit traditionellem Handwerkzeug und einem kleinen Bagger aus den Resten der alten Mauer und neuen Steinen aus dem nahen Steinbruch Rosswald stabile neue Stützmauern und freistehende Mauern bauen, die sich mit dem gleichen eleganten Schwüngen wie ihre Vorgängerbauten in die Landschaft ein­fügen.

Besonders unternehmungslustige Besucher fassten Handschuhe, Schutzbrille und Fäustel und begannen unter Anleitung der Fachleute selber zu bauen. Die anderen sahen zu, gaben gute Ratschläge und freuten sich auf die spezielle Flora und die Eidechsen, die schon bald die vielen Ritzen der sonnig gelegenen Mauern besiedeln dürften. Zum Schluss lud die Gemeinde Ringgenberg alle zu Suppe und Brot ein.

Projekte mit Tradition

Für die Finanzierung der insgesamt 300 Quadratmeter Trockenmauern hat der UTB zahlreiche Sponsoren ins Boot geholt: den Bund, den kantonalen Lotteriefonds, den Fonds Landschaft Schweiz, die Regionalkonferenz, die Sophie-und-Karl-Binding-Stiftung und den BKW-Ökofonds. «Für uns ist dieses Projekt die Fortsetzung unseres Treffpunkts Pilgerweg am Thunersee», sagte UTB-Präsident Andreas Fuchs. «Und zugleich nehmen wir eine alte Tradition wieder auf.» Denn schliesslich hat der Uferschutzverband schon in der Zwischenkriegszeit – damals mit Arbeitsbeschaffungsprojekten – für die Instandstellung des Pilgerwegs gesorgt.

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