«In Iseltwald kann ich gut arbeiten»

Neben den Schweizer Athleten sind am Lauberhorn jedes Jahr natürlich auch viele einheimische Trainer dabei. Darunter der Iseltwalder Reto Nydegger, Trainer der norwegischen Stars Svindal, Jansrud und Kilde.

<b>Der Iseltwalder Reto Nydegger,</b> Trainer des norwegischen Speedteams, schaute auf der Allmend für ein kurzes Interview vorbei.

Der Iseltwalder Reto Nydegger, Trainer des norwegischen Speedteams, schaute auf der Allmend für ein kurzes Interview vorbei.

(Bild: Christoph Buchs)

Mit Schwung fährt Reto Nydegger auf Skiern zum Treffpunkt beim Restaurant Allmend. In der einen Hand trägt er einen Schneebohrer für Slalomstangen. Für den Speedtrainer des norwegischen Teams ist die Arbeit am Lauberhorn nach der samstäglichen Abfahrt noch nicht beendet. «Wir haben ein kleines Trainerteam, ich helfe regelmässig auch bei den Technikern», sagt er.

Er kommt gerade von der Pistenbesichtigung.In seiner Hauptdisziplin in Wengen schaute für die Norweger mit dem zweiten Rang von Aksel Lund Svindal ein Podestplatz heraus. War Nydegger enttäuscht, dass es für seinen Schützling nicht zum Sieg gereicht hat, oder freute er sich mit seinem Landsmann Beat Feuz über dessen Triumph? «Ein Podestplatz in Wengen ist immer gut», sagt Nydegger.

«Für Aksel und natürlich auch für Beat ist es ein Superresultat.» Enttäuscht war er hingegen über die Resul­tate von Kjetil Jansrud (Rang 9) sowie Aleksander Aamodt Kilde (17), die unter den Erwartungen blieben.

Letztes Jahr Ski gestohlen

Mit dem jungen Adrian Smiseth Sejersted hat Nydegger einen weiteren Fixstarter im norwegischen Speedteam. «Ausserdem nehmen wir regelmässig Technikspezialisten hinzu, die auch in den schnellen Disziplinen ihre Erfahrungen machen wollen.»

Während in anderen Nationen der Trend stark zu Spezialisten geht, setzt man in Norwegen weiterhin auf den kompletten Skifahrer, der in unterschiedlichen Disziplinen Resultate liefern kann.

Was aber nicht heisst, dass Nydegger ein Befürworter der Disziplin Kombination ist, die ja bekanntlich vor dem Aus steht. «Für das Publikum sind Parallelevents wie zuletzt in Alta Badia aus meiner Sicht interessanter.»

Zudem sei der Aufwand für die Kombination hoch, gerade was den Materialwechsel angeht. An Wengen hat Nydegger diesbezüglich keine guten Erinnerungen. Letztes Jahr wurde seinem Team auf der Allmend die Slalomski gestohlen. In aller Eile musste Ersatzmaterial her. «Es war eine zähe Angelegenheit.»

Im Sommer in Iseltwald

In den Wintermonaten sieht man Reto Nydegger nur selten in seiner Heimat. In der warmen Jahreszeit jedoch verbringt er einen grossen Teil seiner Zeit zu Hause am Brienzersee.

«In Iseltwald kann ich gut arbeiten, beispielsweise die Trainingscamps in Übersee organisieren», sagt der 43-Jährige. Als Oberländer freut er sich jeweils besonders auf die Rennen in Adelboden und Wengen, wo er viele Leute und auch die Umgebung gut kennt.

Der Abstecher in die Heimat ist wie immer kurz: Schon heute Montag fährt Nydegger mit dem Auto in Richtung Kitzbühel, wo nächstes Wochenende die Hahnenkammrennen auf dem Programm stehen. «Leider sind die Wetteraussichten für das Wochenende nicht gut. Auf diese Umstände müssen wir uns einstellen.»

Im Fokus sind natürlich auch die Olympischen Spiele in Süd­korea im Februar. Eine Medaille müsste für sein Team her, findet Nydegger. «Das ist sicher auch ein grosses Ziel von Aksel Svindal, obwohl er nicht gerne darüber spricht.»

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