In der Aareschlucht die innere Ruhe finden

Während die Thermometer in der Region weiter steigen, können sich die Mitarbeiter des Aareschluchtteams freuen: Ihr Arbeitsplatz bleibt immer kühl. Führerin Claudia Glatthard erzählt, was sie an ihrem Job am meisten mag.

Claudia Glatthard an ihrem Arbeitsplatz, der stets Kühle verspricht. «Ich bin ein totaler Fan der Aareschlucht.»

Claudia Glatthard an ihrem Arbeitsplatz, der stets Kühle verspricht. «Ich bin ein totaler Fan der Aareschlucht.»

(Bild: Irina Eftimie)

Mit rund 15 Grad Celsius ist die Aareschlucht bei den momentan herrschenden Sommertemperaturen ein besonders angenehmes und beliebtes Ausflugsziel. In der Aareschlucht ist es aber nicht nur kühl, sie birgt auch mystische Kräfte: Die Aareschlucht wird nämlich auch als Kraftort bezeichnet. «Ich glaube eigentlich nicht an übernatürliche Kräfte, aber die Aareschlucht belebt, erfrischt und gibt mir innere Ruhe», sagt Claudia Glatthard, Führerin und Kassiererin in der Aareschlucht.

Die 56-Jährige arbeitet bereits seit 23 Jahren in der Aareschlucht und hat es sich zur Gewohnheit gemacht, regelmässig durch die Aareschlucht zur Arbeit zu laufen. «Es ist einfach nur schön, so einen Arbeitsweg zu haben», sagt Glatthard. «Ich stehe gerne eine Stunde früher auf und verbringe diese Zeit in der Aareschlucht.»

Ganz besondere Gruppen

Pro Saison führt Claudia Glatthard zwischen 10 und 20 Führungen durch. Diese muss sie je nach Gruppe anpassen. «Ich habe zwar mein Repertoire, arbeite aber gerne mit den Reaktionen der Leute», erklärt sie. Eine der beeindruckendsten Führungen habe sie mit einer Gruppe blinder Personen erlebt. «Ich wollte immer wieder sagen ‹Hier seht ihr . . .›, weil ich das so gewohnt bin», sagt Glatthard. «Mit der Zeit haben die Teilnehmer aber eher mir die Schlucht erklärt und mir gezeigt, was sie fühlen und mit ihren Händen ‹sehen›.»

Ihre Führungen beginnt die gebürtige Berlinerin besonders gerne am Osteingang der Schlucht. «Dieser Teil ist nicht so schmal und wurde zehn Jahre nach dem Teil vom Westeingang aus gebaut», sagt sie. «Zum Schluss kommt man dann in den engen und etwas mystischeren Teil der Aareschlucht, was ich sehr mag.» Während ihrer Führungen gibt Claudia Glatthard gerne auch Einblicke in die Pflege und die Winterpause in der Aare­schlucht. «Viele fragen sich, warum man einen Eintrittspreis bezahlen muss, wo es doch ‹nur› Natur ist. Im Winter müssen aber die Geländer abgedeckt, im Frühling dann die Bretter kontrolliert und andere Wartungsarbeiten durchgeführt werden», erklärt sie.

Aareschluchtfan

Ihre Position als Schluchtführerin nutzt die 56-Jährige zudem, um ihrem Hobby, dem Fotografieren, nachzugehen. «Ich bin im Fotoclub Haslital und habe bereits die Eiszapfen in der Schlucht fotografiert oder die Abendbeleuchtung für schöne Effekte genutzt», sagt Claudia Glatthard. «Ich bin ein totaler Fan der Aareschlucht. Bei dieser Hitze kann ich einen kühlen Gang durch die Aareschlucht also wärmstens empfehlen!»

Berner Zeitung

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