Im Klettern eine Metropole

Meiringen

Zum vierten Mal bildet das Haslital Mountain Festival den Weltcupauftakt im Sportklettern, andere Ausführungsorte sind Moskau oder München. Wie hoch ist die touristische Strahlkraft des Anlasses?

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Nathalie Günter@nathalieguenter

Der Sportkletterer reist mit dem Flugzeug in eine grosse Metropole. Er wird in einem Hotel einquartiert. Zum Wettbewerb in einem unauffälligen Komplex reist er mit der U-Bahn. So beschreibt Christian Willi den Weltcupalltag eines Athleten. Nicht so in Meiringen, ist der Präsident des Haslital Mountain Festival überzeugt: «Bei uns sind die Athleten mitten in den Bergen, können ihr Ruck­säckli anschnallen und zu Fuss die zehn Minuten zur Kletterarena in der Tennishalle laufen.» Von den 222 Athletinnen und Athleten überstehen je 20 die Qualifikation am Freitag und ziehen in die Halbfinals am Samstag ein. Wer ausscheide, gehe häufig rund um Meiringen in der Natur klettern.

Meiringen bildet bereits zum vierten Mal den Auftakt in die Weltcupsaison der Sportkletterer. Andere Austragungsorte sind die Metropolen Moskau und München sowie Graz, Innsbruck oder chinesische Grossstädte. Immer Anfang April zieht es die Weltelite ins Oberhasli.

Zur rechten Zeit

«Das ist für uns genau der richtige Zeitpunkt, um während des Übergangs von der Winter- in die Sommersaison dem Gast etwas bieten zu können», sagt Simon Zobrist, Resort Manager Haslital. Haslital Tourismus unterstützt den Boulder-Wettkampf seit der ersten Stunde. Auf diese Saison hin hat auch das Mutterhaus, die Jungfrau Region Tourismus AG, die Präsenz am Anlass und damit dessen Wichtigkeit bestätigt.

«Auf der einen Seite passt das Thema Sportklettern ideal zum Haslital, wo alle auf irgendeine Art ‹z Bärg göh›», erklärt Zobrist das Engagement. Auf der anderen Seite generiere der Event schlicht Logiernächte in der Zwischensaison. Und auch die Bevölkerung identifiziere sich mit dem Anlass. Und die Atmosphäre in der Tennishalle, so hat sich Simon Zobrist letztes Jahr selbst überzeugt, sei faszinierend.

Ein weiterer Aspekt sind die Topathleten, die häufig aus dem asiatischen Raum stammen. ­«Japan ist die Kletternation schlechthin», sagt Christian Willi. Letztes Jahr gewann bei den Damen etwa Miho Nonaka, bei den Herren wurde Tomoa Narasaki Zweiter. Das japanische Fernsehen ist vor Ort und überträgt live. Zobrist: «Auch das hat uns in der Entscheidung bestärkt, unsere Engagement fortzusetzen, der asiatische Raum ist für uns touristisch wichtig.»

Dazu kommt die Reichweite auf Social Media der einzelnen Athleten. So zum Beispiel Adam Ondra. Der 26-Jährige ist laut Willi aktuell «der beste Sportkletterer der Welt». Dem jungen Tschechen folgen zum Beispiel auf Instagram416000Personen. Teilt er ein Bild von Meiringen, ist die Reichweite riesig.

Auf dem richtigen Weg

Die Organisatoren scheinen in dieser Hinsicht bis jetzt vieles richtig zu machen, der Austragungsort gefällt Athleten sowie Zuschauern: «Wir hatten letztes Jahr über alle Weltcupstandorte gesehen die besten Werte im Medienspiegel», sagt Christian Willi. 58082 Personen schauten sich während des Finals den Live­stream an. Am Samstag rechnet er mit einem vollen Haus und hofft auf Schweizer Beteiligung im Final. «Das wäre toll.»

Berner Oberländer

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