IGA: Monstergefährt, alkoholfreie Drinks und ein Glücksrad

An der 50. Ausgabe der Interlakner Gewerbeausstellung (IGA) ist Jugend Trumpf: So bestreitet das Bildungszentrum Interlaken die Sonderschau.

Die angehende Restaurationsfachfrau Tabea Maurer aus Steffisburg beweist an der IGA, dass man auch ohne Alkohol feine Drinks mixen kann.

Die angehende Restaurationsfachfrau Tabea Maurer aus Steffisburg beweist an der IGA, dass man auch ohne Alkohol feine Drinks mixen kann.

(Bild: Peter Wenger)

Die IGA feiert Geburtstag – genauer: Sie präsentiert sich zum 50. Mal. Wird sie in einer Nostalgieschau die guten alten 50er-Jahre aufleben lassen, oder kann sie sich neu erfinden? Ich bin gespannt. Kaum um die Ecke bei der Blumenuhr – der Eingang ist wie früher auf der Sonnenseite des Kursaals –, ist die Überraschung gross.

Von einer Hebebühne in über zwanzig Metern Höhe winkt ein mutiger Besucher seinem staunenden Schatz zu. Aber es kommt noch gewaltiger. Wie aus einem Science-Fiction-Film erhebt sich ein Korb, wie von Geisterhand gesteuert, in den Himmel.

Schon das Monstergefährt – ein Menzi Muck, siebzehn Tonnen schwer mit riesigen Rädern und Krallen – ist in seiner kolossalen Grösse kaum zu überbieten. Viermal so hoch wie der Sprungturm im Bödelibad soll das Ding in die Höhe ragen, erklärt mir ein stolzer Betreuer am Stand der Firma Konsac aus Goldswil. Zum Glück stehen schon etliche Besucher bereit, sich «liften» zu lassen. Ich verschiebe mich auf sicherem Boden in Richtung Osteingang …

Zukunft Solarstrom

Futuristisch geht es gleich weiter. Elektromobilität und Solarstrom sind die Zauberwörter der Energiestrategie 2050 des Bundesrats. In der «Energiestadt Interlaken» hat die Zukunft schon begonnen. In einer Sonderschau erfahren die Besucher den Weg von der Sonneneinstrahlung bis zum Laden eines Elektrofahrzeugs. Oder wie ein Hausbesitzer das Dach als eigenes Kraftwerk nutzen kann.

Wer es bis heute noch nicht gewagt hat, sich ans Steuer eines Elektroautos zu setzen, hat an diesem Wochenende Gelegenheit zu einer Probefahrt. Die Testfahrzeuge vom Auto über den Roller bis zum Velo stehen am Höheweg bereit.

«Red Dream» oder «Ipanema», ein Drink mit Limetten, Rohrzucker und Gingerale, wird an der Bar der BZI-Sonderschau angeboten. Gratis und ohne Alkohol, versteht sich. Tabea Maurer aus Steffisburg hat sich als gelernte Köchin für eine zweite Ausbildung zur Restaurationsfachfrau entschieden. «Sie ist eine der vielen Botschafterinnen, die den jungen Menschen ihre Erfahrungen als Lernende weitergeben kann.

Auf der gleichen Wellenlänge, ungeschminkt, ehrlich», sagt Bettina Brunner, Kommunikationsfachfrau im Berufsbildungszentrum BZI. Zwanzig Berufe werden in der Sonderschau vorgestellt. Die Vielfalt an spannenden, anspruchsvollen Berufslehrgängen ist immens. «Junge Menschen haben den Kopf voller Informationen. Hier haben sie die Möglichkeit, zu filtern, was für sie bei einer Lehre wichtig ist», sagt Bettina Brunner.

Glück im Spiel?

Glück im Leben? Das Glücksrad dreht sich. Nicht alle Menschen sind im Leben gleich beschenkt worden. Die Institution Seeburg hilft Menschen mit Handicaps, sich im Leben zurechtzufinden.

«Wir begleiten Jugendliche und Erwachsene in verschiedenen Lebensphasen. Eine unserer Stärken: Wir fördern Menschen auf ihrem Weg in die Erwerbsfähigkeit. In unseren eigenen Betrieben – von der Holzverarbeitung bis zu Dienstleistungen rund um den Unterhalt von Gärten und Liegenschaften – meistern unsere Berufsleute auf sie zugeschnittene Aufgaben», sagt Anja Krebs von der Seeburg Interlaken. Die ausgestellten Dekorartikel und Spielwaren sind Beispiele aus der eigenen Holzwerkstatt.

Ein Schuelpültli

Doch ganz bleibt in den historischen Kursaalräumen die Nostalgie nicht auf der Strecke. Ein Schuelpültli, eine Wandtafel, ein Aufgabenblatt erinnern am Reisebürostand von Geo Tours an die Schulzeit.

Und das Thema Sprache führt zurück in die Zeit, als man im Welschlandjahr Französisch oder als Au-pair-Mädchen oder -Junge in London Englisch lernte. Wie wäre es, sich die etwas verstaubten Kenntnisse mit einer Sprachreise 50 plus aufzufrischen? Ich hätte es nötig. Na ja, ich habe die Aufgaben gelöst, und mit etwas Glück erwartet mich eine Sprachreise nach Buenos Aires …

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