Holz ist Trumpf am Wirtschaftstreffen

Lungern

Rund 130 Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Tourismus aus den Wirtschaftsregionen Oberhasli und dem Kanton Obwalden trafen sich im Brünig-Park. Die Veranstaltung stand unter dem Motto «Trumpf Holz – Chance für die gesamte Region».

Freuten sich über den regen Besuch (v. l.): Regierungsrat Niklaus Bleiker, Moderator Emmanuel Hofer, Regierungsrat Christoph Ammann.

Freuten sich über den regen Besuch (v. l.): Regierungsrat Niklaus Bleiker, Moderator Emmanuel Hofer, Regierungsrat Christoph Ammann.

(Bild: Beat Jordi)

In seiner Begrüssung am Donnerstag strich Obwaldens Regierungsrat Niklaus Bleiker die erfreuliche Zusammenarbeit der Regionen nördlich und südlich des Brünigs hervor. Heute kommt dem Thema Holz eine tragende Bedeutung zu, im 19. Jahrhundert sah man dies noch völlig anders. Bleiker zitierte aus einem Gutachten von 1836, in dem zu lesen ist, dass die Holzwirtschaft im Kanton Obwalden noch nicht eingetroffen sei.

Noch vor fünfzig Jahren waren die meisten Obwaldner in der Land-, Bau- und Holzwirtschaft beschäftigt. Dank einer gezielten Wirtschaftsförderung hat der Kanton zahlreiche neue Unternehmen aus andern Branchen ansiedeln können. Mit ihnen und der weiterentwickelten Holzwirtschaft stehe Obwalden heute auf solidem Fundament, so Bleiker.

Holz ist ein Hightechbaustoff

In einer fulminanten Präsentation zeigte Pirmin Jung, Holzbauingenieur und Präsident Proholz Lignum Luzern, was heute mit dem Hightechbaustoff Holz alles möglich ist. Holz erfülle ­vielfältige Anforderungen wie Dauerhaftigkeit, Witterungs- und Brandschutz, Wärme-, Feuchte- oder Schallschutz, aber auch Statikbedürfnisse.

Mit optimierter Bauweise liessen sich auch Kosten senken. Es seien nicht nur ökologische Gründe, die für den Einsatz von Holz sprechen, sagte Jung, sondern die schier unbegrenzten Einsatzmöglichkeiten vom Brücken- bis zum Hochhausbau, die Holz als Baustoff so interessant machten.

Jung reihte Beispiele von Ein- und Mehrfamilienhäusern, Industriebauten, Hotels, Wohnsiedlungen an Beispiele von Industrie- oder Brückenbauten. Jung sieht in der Entwicklung des Holzbaus eine grosse Chance für die Holzwirtschaft inklusive holzverarbeitender Industrie.

Als Fazit aus einer Studie der Berner Fachhochschule und der Hochschule Luzern fordern die Luzerner Professoren Dieter Geissbühler und Alex Willener verbesserte Prozesse im Holzkreislauf zur Optimierung der Wertschöpfung und der Förderung von Kooperationen, damit mehr nationales und regionales Holz verwendet werde.

Holz aus regionalen Wäldern

Der Berner Regierungsrat Christoph Ammann nahm Bezug auf die vorgestellten vielfältigen Holzbauprojekte und rühmte in der Verbindung von Kultur und Innovation eine Stärke der Schweizer Wirtschaft. Damit die regionale Wirtschaft profitiere, müsse aber einheimisches Holz eingesetzt werden. Nur so könne die Wertschöpfung bei uns erfolgen und die Umwelt geschont werden.

Bis dies zur Selbstverständlichkeit werde, müssten alle Akteure am gleichen Strick ziehen, betonte Ammann. «Politik, Holzbranche und wir alle als Verbraucher müssen bereit sein, einheimischem Holz den Vorzug zu geben», erklärte er und wies auf verschiedene kantonale Programme hin, die diese Forderung unterstützen.

«Mit dem Brünig-Dialog wird eine langjährige und bewährte Zusammenarbeit weiterentwickelt», so Ammann, der den 3. Mai 2018 als Datum für das nächste Treffen in Meiringen bekannt gab.

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt