Hochwasserschutz: Mobile Schwelle kommt in die Lenk

Lenk

Hinter der Lenk wird zur Bewältigung künftiger Hochwasser aus Gletscherseeausbrüchen eine so genannte MEL-Schwelle errichtet.

Die Wasserschutzanlagen in der Lenk werden ausgebaut.

Die Wasserschutzanlagen in der Lenk werden ausgebaut.

(Bild: PD)

Die Arbeiten an der beim Gletscherseeausbruch von Ende Juli beschädigten Schwappsperre im Rezliberg haben begonnen. Zweck dieser Schwappschwelle war früher vor allem der Hochwasserschutz in der Talsohle durch den Rückhalt von Geschiebe. Durch den besseren Ausbau des Simmenkanals und den Bau des Geschiebesammlers im Oberried hat sich die Bedeutung dieser Sperre geändert.

Es sei nach Ansicht der Experten wenig wahrscheinlich, dass bei einem erneuten Abfluss wie im Sommer 2018 nochmals ähnlich viel Material mobilisiert wird, stellt die Einwohnergemeinde Lenk in ihrer gestrigen Medienmitteilung fest. Aus Zeitgründen und wegen der erschwerten Zufahrt werde eine möglichst schlanke Möglichkeit gesucht, um eine weitere Erosion im Rezliberg zu verhindern.

Die Schwellenkorporation und die beigezogenen Fachstellen haben sich entschieden, jetzt eine sogenannte MEL-Schwelle zu erstellen (MEL=Minimum Energy Loss). Damit wird die Sperre im heutigen Zustand gesichert. Hingegen wird künftig die Möglichkeit bestehen, das Bauwerk falls nötig wieder auf die alte Höhe anzuheben. Die gewählte MEL-Form erzeuge eine Strömungskonzentration in der Bachmitte, wobei die Ufer durch langsam drehende Gegenwirbel entlastet würden, schreibt die Einwohnergemeinde. Die Prozesse auf dem Gletscher seien heute noch zu wenig bekannt, und es könne derzeit nicht abgeschätzt werden, welche künftigen Ereignisse erfolgen würden.

Das Bauwerk wurde deshalb auf den Hochwasserabfluss vom 27. Juli 2018 mit einer zusätzlichen Sicherheitsmarge von 30 Prozent ausgelegt. Die Bauzeit für die Schwellenmodifizierung wird auf rund fünf bis sieben Wochen geschätzt. In den letzten Wochen erfolgte in den Simmenfällen eine erste kurzfristige Massnahme zur Verhinderung künftiger Hochwasser, indem 1500 Kubikmeter Holz aus dem Gerinnebereich der Simme entfernt worden sind (wir haben berichtet).

Berner Zeitung

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