Hochgenuss mit Guarneri Trio Prag

Wengen

Das Guarneri Trio Prag und Annette Bartholdy sorgten in ausverkaufter Kirche für einen fröhlichen, feurigen Abschluss der 14. Mendelssohn-Musikwoche Wengen.

Sorgten für einen fröhlichen, feurigen Abschluss: Das Guarneri Trio Prag zusammen mit mit Annette Bartholdy.

Sorgten für einen fröhlichen, feurigen Abschluss: Das Guarneri Trio Prag zusammen mit mit Annette Bartholdy.

(Bild: Heidy Mumenthaler)

Glücksgefühle erwachten am Abschlusskonzert der 14. Mendelssohn-Musikwoche Wengen in der bis auf den letzten Platz besetzten Kirche. Das Guarneri Trio Prag sorgte auf 1274 Meter über Meer für einen kammermusika­lischen Höhenflug.

Ivan Klánský (Klavier), Cenek Pavlík (Violine), Marek Jerie (Violoncello) begeisterten in Ludwig van Beethovens «Erzherzogtrio» B-Dur mit bis in letzte Details gestalteter gesanglicher Melodik und lyrisch-pastoralen Effekten. Raumergreifend wiedergab das Trio Beethovens Kunst der motivisch-thematischen Arbeit.

32 Jahre Erfahrung

Das Scherzo machte seinem Namen vom ersten Takt an alle Ehre: mit einer schlichten volkstümlichen Weise des Cellos, welche die Geige in Gegenbewegung beantwortete. Als einer der edelsten Variationensätze in Beethovens Kammermusik entpuppte sich das Andante cantabile. Imposant wirkte die liebevolle und transparente Interpretation der Streicher und anmutig, wohlklingend die perlend rauschenden Klavierakkorde. Das Ensemble musizierte ­elegant-leicht und hielt vorzüglich die Balance. Die Darbietung zeugte von einer klaren Handschrift, deren Erfahrung von 32 Jahren musikalischer Zusammenarbeit deutlich zu erleben war.

Farbiges Feuerwerk

Prägnantes Zusammenspiel, tonliche Qualitäten und technische Virtuosität zeigten sich in Antonín Dvorák bedeutendstem, aber erstaunlicherweise sehr selten aufgeführtem Klavierquartett op. 87. Annette Bartholdy fügte sich mit ihrer Viola leidenschaftlich zu den Musikern des Guarneri Trio ein.

Kraftvoll setzte sich das Streicherthema des Allegro con fuoco gegen ein Klaviermotiv in Moll durch, bis die Streicher in der Coda über Tremoli ­geheimnisvoll ausklangen. Das Bijou eines Lentos wurde mit ei­ner der schönsten Cellomelodien der Romantik eröffnet, gefolgt von einer ebenso lyrischen Darbietung der Violine und einer schubertschen Klaviermelodie. In musikantischer Spielfreude und gekonnter mitreissender Interpretation kamen die gesangliche und die böhmische Seite zum Ausdruck.

Dass der tschechische Komponist die Bratsche ebenso effektvoll einzusetzen wusste wie Mozart, widerspiegelte sich im Finale. Das Quartett überzeugte durch ausgewogenen, präzisen Zusammenklang. «Um glücklich zu sein, braucht es Humor», sagte Cellist Marek Jerie, bevor sich die Musiker mit Dvo?áks Humoreske für den anhaltenden Applaus bedankten.

Berner Oberländer

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