Interlaken

Heute lockt das Alphorn Menschen an

Interlaken Das zweite Bernatone-Alphorntreffen Interlaken-Jungfrau zeigte es: Am Unspunnen-Fest 2017 wirds keinen Mangel an guten Bläserinnen und Bläsern geben.

Die Alphornbläser beim Schlussspiel vor dem Casino Kursaal Interlaken mit dem Wasserspiel.

Die Alphornbläser beim Schlussspiel vor dem Casino Kursaal Interlaken mit dem Wasserspiel. Bild: Markus Hubacher

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Unspunnen 1805: Nur zwei Alphornbläser wurden gefunden, die am grossen Fest des ländlichen Brauchtums teilnahmen. Bei der Gründung des Eidgenössischen Jodlerverbands 1910 war ein einziger Alphornbläser dabei.

Unspunnen 2017: Das Organisationskomitee wird wählen müssen, denn es gibt heute sehr viele gute Alphornbläserinnen und Alphornbläser. Und seit dem Wochenende sind 85 von ihnen noch ein wenig besser geworden, weil sie am zweiten Bernatone-Alphorntreffen Interlaken-Jungfrau teilgenommen haben.

Eigentlich ein Kurs

Das Treffen, organisiert von Heinz Tschiemer mit Unterstützung von Christian Aemmer und Walter Dietrich, war eigentlich ein Kurs. Fünf profilierte Kursleiter bildeten die Teilnehmenden weiter. Mit unterschiedlichem Schwerpunkt: traditionell, volkstümlich mit Polka und Schottisch, im Wandel der Zeit und jazzig rockig mit Vaclav Medlic, der den jungen Alphornstar Lisa Stoll ausgebildet hat. Die Kurse fanden auf der Kleinen Scheidegg, auf First, auf der Schynigen Platte, auf Winteregg und auf dem Harder statt. Im Freien, zur Freude der Gäste, welche die Ausflugsberge besuchten.

Alphörner im Festdorf

Esther Graf aus Gächlingen, in Schaffhauser Tracht, lobte ihren Kursleiter Adolf Zobrist aus Brienz. «Für mich sind in der Ausbildung Ton, Atmung und Dynamik wichtig», sagt dieser. Wie perfekt er selber mit der Dynamik der Naturtöne umgehen kann, bewies er auf der Bühne im Interlakner Festdorf mit dem Büchel.

Dort trafen sich am Sonntag die Teilnehmenden des Treffens und zeigten, wie gut sie nach dem Kurstag in der Gruppe und im Gesamtchor harmonierten. Dirigiert wurde dieser von Gilbert Kolly, dem temperamentvollen Music-Man aus Tentlingen FR. Aufgefallen ist inmitten von Trachten und Edelweiss-Hemden Veronika, geweihte Jungfrau und Nonne ohne Ordensanschluss im selbstentwickelten Gewand aus hellblauem Jeansstoff. Für die Gefängnisseelsorgerin aus dem Bündnerland ist das Alphorn Heimat.

Organisator Heinz Tschiemer von der Firma Bernatone GmbH in Habkern führte durchs Programm und freute sich, mit dem Treffen einen Beitrag für die Region zu leisten. Sehr viele der Alphörner, die zu hören waren, sind aus Habker Holz. «Das Alphorn ist heute ein Musikinstrument», sagt der Alphornbauer.

Seine Lockfunktion habe es aber behalten: Menschen strömten herbei, wenn sie Alphornklänge hörten. Und, wie wahrscheinlich früher auf der Alp, wirkt es bei Tieren. «Wenn ich am Waldrand spiele, kommen die Kühe sofort näher», sagt Tschiemer. (Berner Oberländer)

Erstellt: 06.09.2016, 10:24 Uhr

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