Gstaad-Saanenland Tourismus : Neue Märkte retten das Jahr

Gstaad

Trotz Eurokrise verzeichnet Gstaad-Saanenland Tourismus 2014/2015 den Logiernächte-Spitzenwert der letzten sechs Jahre.

Mit 1,02 Millionen Logiernächte wurde in der Region Gstaad-Saanenland das beste Resultat der letzten sechs Jahre erzielt.

Mit 1,02 Millionen Logiernächte wurde in der Region Gstaad-Saanenland das beste Resultat der letzten sechs Jahre erzielt.

(Bild: Luzia Kunz)

«Das vergangene Tourismusjahr stand unter keinen guten Vor­zeichen», schreibt Tourismus­direktor Martin Bachofner auf seinem Blog www.mrgstaad.com. Mit diesen Worten kommentiert er den Geschäftsbericht von Gstaad-Saanenland Tourismus (GST), der vor wenigen Tagen erschienen ist und das Geschäftsjahr 2014/2015 resümiert.

Der Entscheid der Nationalbank im Januar 2015, den Euromindestkurs aufzuheben, betraf auch das Saanenland. Zudem fehlte zu Beginn der Wintersaison der Schnee: «Kurz vor Weihnachten waren die Hänge einfach nur grün beziehungsweise braungrün.» Ein Alternativszenario wurde entwickelt, aber schliesslich doch nicht benötigt, weil der Schnee in der Altjahrswoche doch noch vom Himmel fiel.

«Unsere Rückversicherung»

Gstaad-Saanenland Tourismus bearbeitet seit 2011 intensiv neue Märkte, konkret Indien, die Golfstaaten, China, Süd- und Ostasien sowie Brasilien. «Diese waren im letzten Tourismusjahr unsere Rückversicherung», so Bachofner. Gemäss dem Geschäftsbericht kompensierten die neuen Märkte ungefähr die Einbussen aus Europa, welches heftiger auf die Frankenstärke reagiert. Die Sommersaison verlief im Saanenland touristisch gesehen erfreulich. Dies zeigt sich in der Entwicklung der Logiernächte: Werden Hotels, Ferienwohnungen und Gruppenunterkünfte sowie Campingplätze zusammengerechnet, generierte das Saanenland 446 000 Logiernächte – ein Wert, der im Sechsjahresvergleich nur im Sommer 2014 knapp übertroffen wurde.

Die Wintersaison verzeichnet gegenüber dem Vorjahr einen leichten Anstieg von 565 000 auf 574 400 Logiernächte, wobei der deutliche Rückgang der Übernachtungen auf Campingplätzen und in Gruppenunterkünften vom Anstieg der Nächte in Ferienwohnungen wettgemacht wird.

Alles in allem stehen für die Saison 2014/2015 insgesamt 1,02 Millionen Logiernächte zu Buche. Das beste Resultat der letzten sechs Jahre. Für Gstaad-Saanenland Tourismus aber kein Grund, sich auf den Lorbeeren auszuruhen, denn: «Für das laufende Tourismusjahr kann ich jetzt schon mit absoluter Sicherheit bestätigen, dass dieses Ergebnis nicht wieder erreicht werden kann», so Bachofner, der sich an der Hauptversammlung vom 15. März im Hotel Landhaus in Saanen detaillierter dazu äusser wird.

Zusammenrücken mit der BDG

Strategisch beschäftigt sich GST derzeit mit dem Projekt «Gstaad Group», womit engere Kooperationen zwischen den touristischen Institutionen erarbeitet werden sollen, die von der Gemeinde Saanen mitfinanziert werden. GST sowie die Bergbahnen Destination Gstaad (BDG) haben noch immer getrennte Marketingbudgets und -abteilungen. «Dies muss sich zwingend ändern», schreiben die Verantwortlichen. Eine Marke und eine Strategie, wenn möglich vermarktet durch eine Firma, sei das Ziel. «Unter dem Arbeitstitel ‹Gstaad Marketing AG› wurden im vergangenen Geschäftsjahr die Grundlagen dafür gelegt, ein Destinationsmarketing aus einer Hand anbieten zu können.» Die Destinationsmarketinggesellschaft nimmt voraussichtlich auf das Geschäftsjahr 2016/2017 ihre Tätigkeit auf.

An der Hauptversammlung wird Andreas Hurni nach sieben Jahren als Präsident von GST verabschiedet. Als Nachfolger stellt sich der bisherige Vizepräsident David Matti zur Wahl. Als Gast referiert Urs Eberhard, Vizedirektor von Schweiz Tourismus, über die Märktestrategie seines Unternehmens.

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