Grosse Mehrheit für den Bau der Schiffländte

Leissigen

Die Schiffländte kann gebaut werden. Die Gemeindeversammlung bewilligte den entsprechenden Antrag. Diskussionen gab es zum Kreuzungspunkt Leissigen.

Mit grossem Mehr stimmten die Einwohner von Leissigen an der Gemeindeversammlung für den Neubau der Schiffländte.<p class='credit'>(Bild: Monika Hartig)</p>

Mit grossem Mehr stimmten die Einwohner von Leissigen an der Gemeindeversammlung für den Neubau der Schiffländte.

(Bild: Monika Hartig)

Mit grossem Mehr sagten die 76 Votanten an der Gemeindeversammlung vom 25. Juni Ja zum Neubau der Schiffländte Leissigen. Es soll ein Steg aus einer Stahl-Holz-Konstruktion gebaut werden. Finanziell ist alles geregelt: 111'500 Franken konnte der Verein Schiffländte Leissigen bisher sammeln.

Einwohner Roger Gfeller schlug vor, von der BLS konkrete Zusagen für die Folgekosten des Schiffsbetriebs in den nächsten Jahren zu verlangen. Im Rahmen der Sanierung des Bootshafens wurden neue Bäume gesetzt, damit die Fische dort laichen können. Die Versammlung nahm Kenntnis von der Kreditüberschreitung von 34'789 Franken für den Bootshafen.

Mehr Steuereinnahmen

2017 nahm die Gemeinde Leissigen 551'528 Franken mehr Steuern ein als budgetiert. «Die systembedingten Abschreibungen sind mit 354'504 Franken sehr hoch», meinte Finanzverwalterin Franziska Leuenberger. Der Gesamthaushalt schliesst mit einem Minus von 25'000 Franken, budgetiert war ein Plus von 2868 Franken. Für den allgemeinen Haushalt resultiert ein Ertragsüberschuss von 22'101 Franken.

Mit einem Aufwandüberschuss von 47'102 Franken schlagen die Spezialfinanzierungen zu Buche, davon 46'892 Franken für die Feuerwehr. Das Eigenkapital beträgt derzeit 4,05 Millionen Franken. Ohne Gegenstimme genehmigte der Souverän die Jahresrechnung 2017 und nahm Kenntnis von Nachkrediten in Höhe von insgesamt 1,011 Millionen Franken.

«Wir haben eine relativ ho­he Bautätigkeit, der Aufwand wächst», so Gemeinderat Markus Balmer. Neu soll der Aufwand in vollem Umfang nach dem Verursacherprinzip verrechnet werden. Ohne Gegenstimme genehmigte der Souverän die Totalrevision des Gebührenreglements, ebenso die Änderung des Kurtaxenreglements.

Nun können Anbieter wie Airbnb die Abgabe direkt einziehen. Auch die Aufhebung des Reglements über den Betriebsreservefonds Forstwesen rückwirkend per 31. Dezember 2017 winkte die Versammlung diskussionslos durch.

Heftige Diskussionen

Beachtung fanden die Ausführungen von Gemeindepräsident Bruno Trachsel zum «Kreuzungspunkt Leissigen». Man habe vor dem Entscheid «Bahn oder Bus» dem Grossen Rat, dem Regierungsrat und der Regionalkonferenz die Konsequenzen daraus aufgezeigt.

Die BLS hatte eine neue Flügelzugvariante erarbeitet, die den für die Region wichtigen Halbstundentakt und den Regionalverkehr beinhaltet. Trachsel: «Der Entscheid im Grossen Rat wurde gegen die Bahnvariante gefällt, ohne dass die Flügelzugvariante der BLS diskutiert wurde. Doch diese hätte beiden Seiten gebracht, was sie wollen.»

Trachsels Ausführungen lösten heftige Diskussionen aus. Etliche Einwohner machten Vorschläge, wie man sich gegen den Entscheid wehren könne, ­etwa durch eine Unterschriftensammlung oder den Beizug eines Anwalts. Einwohner Mänel Herren: «Dieses Jahr will man eine Mauer durch unser Dorf ziehen. Niemand von uns will das. Die ganze Schweiz sollte wissen, was hier passiert.»

Berner Oberländer

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