Interlaken

«Göttikind» von Freddy Quinn wird in Interlaken gefeiert

Interlaken Am 25. August gibt es ein Fest für das Schiff mit dem Namen Lord Baden Powell, das seinen Heimathafen im Sendli hat. Getauft wurde es vor 50 Jahren von Freddy Quinn.

Auf dem Täggelibock spielte die Band Grave Diggers bereits vor 50 Jahren auf.

Auf dem Täggelibock spielte die Band Grave Diggers bereits vor 50 Jahren auf. Bild: PD

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Eins ist sicher: Freddy Queen sang nicht, als er am 25. August 1968 ein ehemaliges Brienzersee- Ledi-Schiff auf den stolzen Namen Lord Baden Powell taufte. «Er hat ein Fläschli, wie das so üblich ist, am Bug zerschellen lassen», erinnert sich Lorenzo Mostosi.

Er spielte damals mit der Band Grave Diggers auf dem Schiff das Lied «Die Gitarre und das Meer», den Platinhit von 1959 des «singenden Seemanns» aus Deutschland. Und er freute sich, dass der Schlager- und Filmstar allen Bandmitgliedern, die sonst eher Songs von den Beatles oder den Bee Gees als von Freddy spielten, die Hand gab.

Am 25. August 2018, am kommenden Jubiläumsfest, werden die damaligen Bandmitglieder Lorenzo und Martin Mostosi sicher wieder «Die Gitarre und das Meer» spielen.

In Galabeflaggung

Stolz und mit geblähter Gala­beflaggung sei der Täggelibock über den sonnenbeschienenen Brienzersee geglitten, meldete damals die «Schweizer Illustrierte».

Dank Taufpate Freddy Quinn war er ein Medienstar. Ganz sonnig war der Weg des 1963 vor Bönigen halb gesunkenen ehemaligen Ledi- oder Last-Schiffs Adler zum Pfadfinderschiff Lord Baden Powell nicht.

Initiant des Umbaus war Mechanikermeister, Motorenfan, Erfinder und Pfadfinder Werner Walter Müller alias Panther, der Ende 2012 gestorben ist. In seinen Memoiren, die im Internet zu finden sind, schildert er den hindernisreichen Weg des Schiffs in den sicheren Sendli-Hafen, der dem Kanton Bern gehört – wobei er im Lauf der Zeit einmal fast wieder von dort vertrieben worden wäre.

Heute sieht er in der kleinen Hafenanlage sehr dekorativ aus, wenn er nicht gerade über den See tuckert. Diesem Tuckern, verursacht von seinem 2-Zylinder-Motor, verdankt das Schiff seinen alltagstauglichen Namen Täggelibock.

Lorenzo und Martin Mostosi haben nicht nur an der Taufe Musik gemacht, sondern auch sehr aktiv am Umbau des Schiffs mitgearbeitet. Lorenzo (Pfadiname Amsle) erinnert sich, dass er Kordeln in die Spalten zwischen den Brettern gestopft hat. Bruder Martin (Saite) setzte seine Fähigkeiten als Malerlehrling ein.

Sie waren Mitglieder des Roverharsts der Pfadiabteilung Unspunne, der sich 1963 mit grossem Mehr entschlossen hatte, nach einer Brückensanierung in Habkern das Ledischiff Adler zu heben und umzubauen. Unstimmigkeiten gabs im Verlauf des Umbaus mit den Behörden und der BLS. Panther setzte die Medien («Schweizer Illustrierte» und «Beobachter») ein, um sein Ziel zu erreichen.

Das Schiff gehört seit damals einem Verein, an dem die Pfadibewegung Schweiz, die Pfadi Kanton Bern und die Pfadiabteilung Unspunne beteiligt sind.

Neuer Kapitän

Der aktuelle Präsident ist Beat Mühlemann aus Ringgenberg. Dieses Jahr erhielt der Täggelibock mit Stephan Speiser nach Werner Müller, Kurt Speiser und Stefan Zahn den vierten Kapitän in seinem Dasein als Lord Baden Powell, und sechs Schiffsführer können ihn, nach einer Prüfung durch das Kantonale Schifffahrtsamt, steuern.

Er kann gemietet werden und hält sich so, auch dank viel Freiwilligenarbeit und der Hilfe durch einen Unterstützerverein, seit 50 Jahren gut über dem Brienzersee-Wasser.

Während des Jubiläumsfests am 25. August liegt der Täggelibock bei der Anlegestelle Schlössli in Bönigen vor Anker. Um 13.45 Uhr gibt es einen offiziellen Festakt. Um 14, 16 und 18 Uhr fährt das Schiff zu kleinen Rundfahrten aus. (Berner Oberländer)

Erstellt: 10.08.2018, 21:19 Uhr

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