Gelebte Integration mit Fondue und Falafel

Interlaken

Eine Premiere der besonderen Art: In der Kulturgarage trafen sich Flüchtlinge und Einheimische zum gemeinsamen Nachtessen.

Angenehme Atmosphäre in der Kulturgarage Interlaken: Flüchtlinge beim gemeinsamen Nachtessen mit Einheimischen vom Bödeli.

Angenehme Atmosphäre in der Kulturgarage Interlaken: Flüchtlinge beim gemeinsamen Nachtessen mit Einheimischen vom Bödeli.

(Bild: Monika Hartig)

«Ich finde es eine gute Idee, dass man mit den Flüchtlingen einmal direkt reden kann. Man sieht sie sonst nur in den Medien und bekommt von den Durchgangszentren nichts mit», erklärte der KV-Auszubildende Dominik Feusi (18). Feusi war einer der etwa 50 Besucher aus der Region, die beim ersten interkulturellen Nachtessen in der Kulturgarage Interlaken dabei waren.

Rund 50 Flüchtlinge aus Eritrea, Somalia oder Syrien, die derzeit in den Durchgangszentren Krone Interlaken und Rugen Matten wohnen, hatten gemeinsam mit Schweizern eingekauft, gekocht und präsentierten die Leibgerichte ihrer Kulturen.

Grosses Interesse beiderseits

Die Ambiance in der Kulturgarage mit Kerzenlicht und Musik war entspannt und familiär. Beim Genuss von Fondue, Linsenpüree, Fladenbrot aus Sauerteig oder Falafel kam man sich näher. Es entwickelten sich teils angeregte Gespräche. «Ich finde es schön, die Gesichter zu sehen, wenn der Kontakt hergestellt wird. Die Flüchtlinge haben sich sehr auf den Abend gefreut und viel selbst vorbereitet», sagte Organisatorin Barbara Kiener von der Kulturgarage.

Die Idee zum Anlass hatte der lokale Jungpolitiker Dimitri Rougy (SP). Barbara Kiener: «Wir waren sofort begeistert. Die meisten Leute von hier sind noch nie mit einem Flüchtling in Kontakt gekommen, obwohl Asylpolitik ein Dauerthema ist.» Das Interesse am Anlass war unerwartet gross – auf beiden Seiten.

Kontakt ist wichtig

Vier Künstler um Barbara Kiener laden öfters Flüchtlinge zum Schaffen und Austauschen in ihre Kulturgarage an der Harderstrasse ein. Einer davon ist der Kurde Mohamed S. (28), der in Syrien Medien studierte und bereits gut Hochdeutsch spricht. Er sagte: «Wenn ich Kontakt mit Leuten von hier habe, lerne ich die Sprache besser und kann mich rascher integrieren. Ohne Kontakt mit Einheimischen fühle ich mich nicht wohl.»

Berner Zeitung

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