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Gebirgslandeplätze: Der Bundesrat muss über die Bücher

Das Bundes­verwaltungsgericht hat die Beschwerden der drei Oberländer Gemeinden Innert­kirchen, Grindelwald und ­Saanen gegen die Aufhebung von zwei Gebirgslandeplätzen gutgeheissen.

Blick auf den Gebirgslandeplatz Rosenegg-West (rechts der Bildmitte). Links sind Mönch und Eiger erkennbar.
Blick auf den Gebirgslandeplatz Rosenegg-West (rechts der Bildmitte). Links sind Mönch und Eiger erkennbar.
Bruno Petroni

Im Oktober 2015 genehmigte der Bundesrat in einem überarbei­teten Teil des Sachplans Infrastruktur Luftfahrt erstmals die Gebirgslandeplätze (GLP). Zudem wurde in der Verordnung über die Infrastruktur Luftfahrt die Anzahl der zulässigen Gebirgslandeplätze auf maximal 40 limitiert.

Zwei Plätze mussten ­also weg – und dies sollten die Landeplätze Rosenegg-West und Gumm im Berner Oberland sein. Diese wurden per Juni letzten Jahres aufgehoben. Beide befinden sich in Gebieten, die im Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung aufgeführt sind.

Fehlendes Gutachten

Das Bundesverwaltungsgericht kommt nun in einem am Donnerstag publizierten Entscheid zum Schluss, dass für die Streichung der beiden Landeplätze ein Gutachten der Eidgenössischen Natur- und Heimatschutzkommission hätte eingeholt werden müssen, weil sie sich in Schutz­gebieten befinden. Gleiches gelte für die restlichen 20 Landeplät­ze, die sich ebenfalls in einem Schutzgebiet oder in der Nähe von einem solchen befänden.

Der Entscheid, die Landeplätze Rosenegg-West und Gumm zu streichen, habe nämlich zur Folge, dass die anderen bestehen blieben. Es bedürfe jedoch einer umfassenden Interessenabwägung, wenn ein Landeplatz in einem Schutzgebiet bestehen solle. Das Bundesverwaltungsgericht führt ins Feld, dass neben einer Streichung auch Alterna­tiven bestünden. Es nennt beispielsweise betriebliche Einschränkungen oder andere Massnahmen, damit die Schutzgebiete möglichst geschont werden.

Kanton schrieb Brief

Gegen die Streichung der Gebirgslandeplätze Rosenegg-West und Gumm hatten sich die Gemeinden Grindelwald, Innertkirchen und Saanen gewehrt. Der Landeplatz Rosenegg-West liegt auf rund 3470 Meter über Meer zwischen dem Wetterhorn und dem Rosenhorn.

Auf 2060 Meter Höhe landen

Der Landeplatz Gumm liegt auf 2060 Meter über Meer bei der Gummfluh im Saanenland, an der Grenze zum Kanton Waadt. Weil die drei Oberländer Gemeinden die Verfügung des Eidgenössischen Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) angefochten hatten, verzichtete der Regierungsrat des Kantons Bern auf eine eigene Beschwerde. Er unterstützt die Gemeinden aber in ihrer Forderung, die beiden Gebirgslandeplätze seien zu erhalten. In einem Brief an das Uvek hatte die Berner Exekutive jedoch «mit Bedauern» festgehalten, dass das Amt die Aufhebung der GLP ungeachtet der Stellungnahme des Kantons Bern weiterverfolge.

«Wertvolle Möglichkeiten»

«Die Gebirgslandeplätze haben eine grosse Bedeutung für das Berggebiet im Kanton Bern. Ihre Nutzung ist für die lokale Wirtschaft ein wichtiges Nischenangebot und bietet wertvolle Möglichkeiten zur Ausbildung von Rettungspiloten und Bergrettungsspezialisten», so der Regierungsrat.

Das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts ist noch nicht rechtskräftig und kann ans Bundesgericht weitergezogen werden.

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