Zum Hauptinhalt springen

Gardi Hutter: Die tapfere Hanna

Nach mehr als 30 Jahren machte Gardi Hutter wieder einen Halt im ausverkauften Stadtkeller in Unterseen. Als «Clownerin» ist sich Gardi Hutter all die Jahre treu geblieben.

Gardi Hutter als «Clownerin»: Ihre Figuren wie die der tapferen Hanna sind unsterblich.
Gardi Hutter als «Clownerin»: Ihre Figuren wie die der tapferen Hanna sind unsterblich.
Peter Wenger

«Man muss mit dem Abbruchhammer dahinter, das Gewölbe ist zu klein für mein grosses Schwert», meint schelmisch Gardi Hutter, und man sieht, es wird eng auf der Bühne für die kleine tapfere Hanna. Der mächtige Wäscheberg, die grosse Waschtonne, das schwere Buch der Heldin Jeanne d’Arc auf den Knien oder besser, auf dem mächtigen Bauch.

Vor mehr als 30 Jahren hat Gardi Hutter schon einmal die Weltordnung und die Besucher des Stadtkellers Unterseen durcheinandergebracht. Nun, nach drei Jahrzehnten – der Stadtkeller war mit 80 Personen am Montagabend randvoll – was hat sich geändert?

Nichts, im Gegenteil. Die Leichtigkeit, wie Gardi Hutter blitzschnell die Bühne durchfliegt, kennt kein Alter. Nichts, ja niemand ist vor ihr sicher. Wehe denen, die in der ersten Reihe sitzen, hautnah an Hanna. Dabei kommt ihr der massige Bauch kaum in die Quere. Im Gegenteil, er ist kein Hindernis, er ist Hanna, Gardi Hutter, eine Figur, eine Persönlichkeit, wie es sie nur einmal gibt.

Lachend, weinend, gütig, barmherzig und handkehrum grausam, abgrundtief böse, versöhnlich und lieb zerzaust sie die Welt, rückt Alltägliches aus den Fugen und flickt es wieder zusammen. Wir kennen diese Welt nur zu gut. Wir erleben sie tagtäglich, sind selber Hanna oder Hänsel. Gardi Hutter ist sich immer treu geblieben. Die wenigen Worte, die sie spricht, kann man an einer Hand abzählen: Ostschweizerdeutsch. Für wenige Augenblicke lässt sich Gardi einordnen. Dann werden ihre Laute wieder zur Weltsprache, verständlich durch ihre besondere Mimik in all den Ländern, die sie bereist.

Die Welt als Zuhause

Gardi Hutter ist auf der ganzen Welt zu Hause und selber immer eine Welt für sich. Ob in Russland, in Brasilien, China oder Amerika, am Züri- oder Thunersee: Gardi füllt jeden Saal durch ihre einzigartige Persönlichkeit. Auch wenn sie am Schluss ihres Spiels immer den Kürzeren zieht und den Heldentod stirbt – man glaubt es kaum –, getragen von ihren kleinen Flügeln den Himmel gewinnt, Hanna, Gardi Hutter ist unsterblich.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch