«Gästehalten» in der Hand der Gemeinde

Innertkirchen

Die Gemeinde Innertkirchen übernimmt das Inkasso von Kurtaxen und Abgaben.

Die Tourist-Info im Grimseltor am Fuss der beiden Pässe Grimsel und Susten ist hell und modern. Und im Winter geschlossen. Das wird sich 2019 ändern: Dafür sorgen die Beschlüsse an der Gemeindeversammlung. «Der Tourismus geht uns alle an», sagte Gemeindepräsident Walter Brog vor 116 Stimmberechtigten. Hinter den Kulissen ist laut Brog etliches passiert – heftig und emotional, wie er sagte. Haslital Tourismus musste schliesslich den Mietvertrag mit dem Grimseltor kündigen. «Wir wollen einen bedarfsgerechten Betrieb sicherstellen», sagte Brog.

Die jetzt von der Gemeindeversammlung abgesegnete Lösung sieht so aus: Die Gemeinde Innertkirchen macht das Inkasso der touristischen Abgaben und Steuern (Kurtaxen, TFA und Beherbergungsabgabe) für sich und die Gemeinde Guttannen. Die Kurtaxen behält sie in den eigenen Händen und betreibt damit die Tourist-Info, übernimmt touristische Infrastrukturaufgaben und organisiert Gästeanlässe, was als «Gästehalten» definiert ist. Die KWO/Grimselwelt zahlt an diese Aufgaben der Gemeinde 40'000 Franken.

Innert dem Kirchet

«Ein Vorteil ist die Nähe zu den Leistungsträgern», betonte Brog. Markenmässig bleibe man bei Haslital Tourismus und bei der Dachmarkenorganisation Jungfrau Region Tourismus. Diese sind für das «Gästeholen» zuständig. Die Tourismusabgaben TFA und die Abgaben werden weitergeleitet.

Die drei Geschäfte, die es zur Schaffung von «Tourismus Innert dem Kirchet» braucht, wurden angenommen. Das Kurtaxenreglement wird auf den 1. Januar 2019 geändert, eine Spezialfinanzierung «Tourismus Innert dem Kirchet» wird eingerichtet (sie soll eine schwarze Null schrieben). 160 neue Stellenprozente bei der Gemeindeverwaltung können besetzt werden. «Die Aufgabe ist anscheinend gesucht, wir haben bereits 18 Anmeldungen», sagte Brog.

Die Versammlung verkaufte das Schulhaus Mühlestalden für 230'000 Franken (Schatzung 320'000 Franken) an Christian Tännler, der es als Bed and Breakfast umbauen will. Brog entschuldigte sich, dass der Gemeinderat turbomässig unterwegs war, und versprach Lösungen für die Vereine, die dort Platz hatten, insbesondere für den Samariterverein.

Laden im Griff

«Wir haben den Laden im Griff», sagte Hans Ulrich Moser, zuständig für die Finanzen: Das Budget ist im Allgemeinen Haushalt (steuerfinanziert) ausgeglichen, die Spezialfinanzierungen lassen den Gesamthaushalt leicht defizitär werden. Die Versammlung bewilligte 320'000 Franken für den Neubau von Brunnstube und Reservoir Brunni,

In Sachen Abfall zonte sie bei der ARA ein Stück Land so um, dass dort eine Entsorgungsstelle gebaut werden könnte. Mit dem Bau des Kindergartens ist die Schule à jour, saniert werden muss die Grundeystrasse, bei Wasser und Abwasser stehen weitere Aufgaben an, und auf dem Finanzplan steht auch der Neubau eines Werkhofes. Nach Lösungen gesucht wird bei der Fernheizung Gadmen.

Berner Oberländer

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