Für einen sicheren Veloweg nach Leissigen

Interlaken

Der Veloweg von Interlaken nach Leissigen führt teilweise entlang der A8. Eine Motion verlangt einen sicheren Radweg zur Entflechtung von Velo- und Autoverkehr.

An der Abfahrt von der A8 nach Därligen (v.l.): Adrian Christen, Präsident Pro Velo Thun, Grossrat Urs Graf, Interlaken, Jeremy Hackney, Co-Präsident Pro Velo Bödeli Interlaken, und Grossrat Markus Wenger, Spiez.<p class='credit'>(Bild: Peter Wenger)</p>

An der Abfahrt von der A8 nach Därligen (v.l.): Adrian Christen, Präsident Pro Velo Thun, Grossrat Urs Graf, Interlaken, Jeremy Hackney, Co-Präsident Pro Velo Bödeli Interlaken, und Grossrat Markus Wenger, Spiez.

(Bild: Peter Wenger)

Als Velofahrer hat man ein mulmiges Gefühl, wenn 40-Tonnen-Laster mit 80 Sachen an einem vorbeirauschen. Hautnah erfahren kann man dies auf der Veloroute den Thunersee entlang. Zwischen Leissigen, Därligen und Interlaken führt die Strecke einige Kilometer – getrennt lediglich durch einen gelben Markierstreifen – die Nationalstrasse A8 entlang.

«Eine Horrorstrecke. Der Veloweg von Interlaken nach Leissigen gilt als einer der heikelsten Abschnitte im schweizweiten Velowegnetz», sagt Andreas Fuchs vom Uferschutzverband Thuner- und Brienzersee (UTB) bei der Besichtigung der Strecke. Der UTB steht Gemeinden bei der Planung von Uferschutzmassnahmen beratend zur Seite.

Zur Besichtigungsfahrt eingeladen hat der Verein Pro Velo Bödeli. Dieser setzt sich seit Jahren für sicheres Velofahren ein. Rund zwanzig Fahrer – unter ihnen Politiker und Interessierte aus Velokreisen – trafen sich am Freitagabend zur informativen Velotour. Aktuell im Scheinwerferlicht steht die Strecke Interlaken–Leissigen dank eines politischen Vorstosses im bernischen Grossen Rat.

Motion «Sicherer Veloweg»

Markus Wenger, Grossrat aus Spiez, hat im Juni zusammen mit den Ratskollegen Urs Graf, Interlaken, und Peter Flück, Brienz, die Motion «Sicherer Veloweg zwischen Interlaken und Leissigen» eingereicht. «Zwei nationale Velorouten führen hier entlang der Nationalstrasse A8. Sie sind sehr beliebt bei Touristen und Freizeitradfahrern auf dem Weg ins Berner Oberland. Doch seit Jahren verläuft die Strecke ohne Radstreifen über die A-8-Zubringer. Abschnitte östlich und westlich von Därligen werden als Radstreifen der A8 geführt. Für Velo- und Autofahrer eine unhaltbare Situation», erläutert Markus Wenger das Gefahrenpotenzial als aktiver Velofahrer.

Mit seinem Vorstoss verlangen er und seine Mitunterzeichner vom Regierungsrat, ein Projekt für einen von der Fahrbahn getrennten Veloweg zu planen und die nötige Finanzierung aufzuzeigen. «Wie die Wegführung verlaufen soll, wird Sache der Planung durch die beteiligten Institutionen, Bund, Kanton und Gemeinden sein. Sie verfügen über die nötigen Fachstellen. Das Gleiche gilt für die ­Finanzierung», sagt Markus Wenger.

Entflechtung Velo und Auto

«Getrennte Wege, die Entflechtung zwischen Velo und Auto ist eine Win-win-Situation für beide Partner. Umso mehr, als der Veloverkehr auch bei Touristen immer beliebter wird», ist Urs Graf, Grossrat und Gemeindepräsident von Interlaken, überzeugt. Auch weiss er um die Bedürfnisse der Schulkinder aus Därligen und Leissigen, die auf einen sicheren Schulweg in die Sekundar-, die Berufsschule und das Gymnasium in Interlaken dringend angewiesen sind.

«Am kommenden Wochenende wird über den Bundesbeschluss über die Velowege sowie die Fuss- und Wanderwege abgestimmt. Ein Ja der Stimmbürger würde die Grundlage schaffen, dass auch Projekte wie dieses hier am Thunersee durch den Bund finanziell unterstützt werden könnten», sagt Urs Graf.

Berner Oberländer

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