«Fritschi hat den Naturschutz im Oberland verkörpert»

Unterseen

Der bekannte Oberländer Naturschützer Hans Fritschi ist im Alter von 62 Jahren überraschend verstorben.

Hans Fritschi in seinem Element: Bei einem Ferienpass-Ausflug zeigt er Kindern die heimische Tier- und Pflanzenwelt.<p class='credit'>(Bild: zvg)</p>

Hans Fritschi in seinem Element: Bei einem Ferienpass-Ausflug zeigt er Kindern die heimische Tier- und Pflanzenwelt.

(Bild: zvg)

Ging es um Umweltschutzthemen im Berner Oberland, war dieser Mann stets zur Stelle: Hans Fritschi. Als Vorstandsmitglied und ehemaliger Präsident von Pro Natura Berner Oberland setzte sich der in Unterseen wohnhafte Berufsschullehrer stets für die Anliegen von Natur und Umwelt ein. In der Nacht auf Donnerstag verstarb er im Alter von 62 Jahren völlig unerwartet an Herzversagen.

Mit seinem Engagement machte sich Fritschi gerade bei Touristikern nicht nur beliebt, machte er sich als Advokat von Fauna und Flora doch stets gegen überbordende Eingriffe in die Natur stark. Bei zahlreichen Bauprojekten im Berner Oberland konnte Fritschi denn auch Verbesserungen zugunsten der Umwelt erwirken.

«Haben jeweils einen gemeinsamen Nenner gefunden»

Urs Kessler als Direktor der Jungfraubahn AG hat in der Vergangenheit manchen Strauss mit Hans Fritschi ausgefochten. Dennoch zeigt sich Kessler tief betroffen vom frühen Tod des Naturschützers: «Er hat sich aus Überzeugung und mit Hartnäckigkeit für die Natur eingesetzt. Und obwohl wir in vielen Fällen nicht gleicher Meinung waren, haben wir am Schluss nach sehr zähen Verhandlungen jeweils einen gemeinsamen Nenner gefunden. Ich bedaure sehr, dass Hans Fritschi nicht mehr unter uns ist.»

Hans Fritschi, Barbara Egger-Jenzer und Urs Kessler gemeinsam an einem Anlass. Bild: Anne-Marie Günter

Der Berner Regierungsrätin Barbara Egger-Jenzer ist es «ein Anliegen, den Angehörigen von Hans Fritschi mein Beileid auszusprechen. Hans zeigte stets ein riesiges Engagement für das was ihm am Herzen lag: Die Fauna, Flora und die Bergwelt. Es gab keinen grösseren Kämpfer für die Bergwelt für Natur als ihn.» Fritschi sei immer sehr hartnäckig, konstruktiv, aber auch fair gewesen. «Er hat nicht nur immer kritisiert, sondern auch geholfen, Lösungen zu finden.»

«Wir erleiden einen riesigen Verlust»

Nadja Keiser-Berwert ist seit 14 Jahren Präsidentin von Pro Natura Berner Oberland und arbeitete während 27 Jahren sehr eng mit Hans Fritschi zusammen: «Sein Tod trifft uns alle völlig unerwartet. Administrativ werden wir sicher weiter funktionieren. Aber in Bezug auf Kompetenz und auch mit ihm als Mensch, der Pro Natura Berner Oberland stark geprägt hat, erleiden wir einen riesigen Verlust. In Wengen aufgewachsen, verfügte Hans über ein umfangreiches Wissen und unheimliches Verhandlungsgeschick, ihm hörte man zu und glaubte ihm.»

Hans Fritschi sei während Jahrzehnten der beste Anwalt für die Natur im Berner Oberland gewesen. «Ein ganz feiner Mensch mit enormem Geschick und Gespür», wie Nadja Keiser-Berwert sagt. «Ich persönlich verliere einen ganz guten Freund.»

«Ein herzensguter Mensch»

Der Leiter der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz, Raimund Rodewald, zeigte sich vom Tod Fritschis ebenfalls betroffen:«Hans Fritschi hat den Naturschutz im Berner Oberland verkörpert.» Rodewald kannte Fritschi seit seinen Anfangszeiten bei der Stiftung Landschaftsschutz im Jahr 1990. «Seither war Hans stets mein engster Partner. Er war die Stimme des Naturschutzes im Berner Oberland. Mich berührte immer auch wie er nebst seines Lehrerpensums auch die Aufgaben des Naturschützers unter einen Hut gebracht hat und überall geschätzt worden ist. Ein herzensguter Mensch.»

Natürlich werde Hans Fritschi der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz auch in strategischer Hinsicht fehlen: «Hans kannte alles und jeden. Ich als Auswärtiger war extrem auf ihn angewiesen, und wir haben uns immer ausgesprochen gut ergänzt und gemeinsam auch sehr viel erreicht; wir zwei waren eine wirkungsvolle Kombination. In erster Linie fehlt mir Hans aber als Mensch und guter Freund.»

bpm

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