Freunde des Rellerli wählen neuen Präsidenten

Schönried

Der Verein Freunde des Rellerli wählt an seiner zweiten Generalversammlung einen neuen Präsidenten. Der Abbruch der alten Bahn durch die BDG wird wohl erst in einem Jahr erfolgen.

<b>Die Tage der Rellerlibahn sind gezählt.</b> Bis Sonntag hat sie noch Sommerbetrieb. Im Winter wird sie nochmals kurz aufgestartet.

Die Tage der Rellerlibahn sind gezählt. Bis Sonntag hat sie noch Sommerbetrieb. Im Winter wird sie nochmals kurz aufgestartet.

(Bild: Bruno Petroni)

Svend Peternell

Am kommenden Sonntag fährt die 37-jährige Rellerlibahn letztmals in der Sommersaison. Aber noch nicht ganz zum letzten Mal. Aufgestartet wird die Bahn vom 22. bis 31. Dezember nochmals kurz für den Winterbetrieb. Dann ist Schluss. Ob ganz definitiv, ist noch offen. Denn man befindet sich zu diesem Zeitpunkt mitten in den Weihnachts- und Neujahrsfeiertagen mit den zu erwartenden höchsten Frequenzen. Die Bergbahnen Destination Gstaad (BDG), welche die Rellerlibahn gemäss Saaner Gemeindeversammlungsbeschluss vom 18. September 2015 bis Ende dieses Jahres zu betreiben und dann abzubrechen hat, nimmt für eine allfällige Betriebsverlängerung bis zum ersten Januarwochenende noch Abklärungen vor.

Das erklärt Heinz Brand, Verwaltungsratspräsident der BDG. «Gegenüber den Gästen ziehen wir dies als Option in Erwägung», sagt er. Sicher sei aber noch gar nichts. Denn die Konzession der Bahn läuft auch zum Jahresende ab. Da müssten das Bundesamt für Verkehr als Bewilligungsinstanz und die Grundeigentümer erst ihre Zustimmung geben. Ausserdem gehe es um Fragen der Sicherheit und der Verantwortung.

Abbruch im Herbst 2019

Zur Erinnerung: Das Rellerli ist Bestandteil des Sanierungskonzepts der BDG, das vorsieht, die Schönrieder Bahn auf Ende Jahr stillzulegen. Der beliebte Ausflugsberg wird aus dem Gesamtangebot gestrichen, um die anderen Anlagen zu stärken. Die Gemeindeversammlungen von Saanen, Zweisimmen, Gsteig und Lauenen haben diesem Prozedere vor drei Jahren zugestimmt. Einer der Folgeschritte wird der Abbruch der Bahn durch die BDG sein. Laut Heinz Brand hat das keine Eile: «Da kümmern wir uns im neuen Jahr drum. Das Gesuch für den Abbruch werden wir im März stellen, sodass wir die Bewilligung dafür im Herbst 2019 haben sollten.»

«Es haben noch keine Gespräche mit der Mountain View AG statt­gefunden.»Matthias KurtVerein Freunde des Rellerli

Zweite GV am 20. Oktober

Derweil teilt der Verein Freunde des Rellerli, der letztes Jahr gegründet worden ist und mittlerweile 1000 Mitglieder zählt, mit, dass am Samstag, 20. Oktober, seine zweite Generalversammlung stattfindet. Sie wird um 16.30 Uhr im Fünfsternhaus Ermitage in Schönried über die Bühne gehen. Das Ziel der Freunde des Rellerli ist es, den Berg für die Allgemeinheit zugänglich zu erhalten. Mit der Vision, eine neue Bahn auf den Hausberg zu bauen. Die Pläne dazu sind an der ersten GV am 1. Juli 2017 bekannt gegeben worden.

Damals war die Rede von 10 bis 12 Millionen für eine Zehnergondel, die im Idealfall Ende 2020 Tatsache werden könnte. Könnte, wohlgemerkt. Denn um überhaupt diese Schritte einleiten zu können, bräuchte es einen Deal mit Milliardär und Investor Ernesto Bertarelli, der das Berghaus für 5,5 Millionen Franken erworben hat – ohne weiteren Bahnbetrieb, aber mit einem öffentlich zugänglichen Restaurationsteil – und dieses in eine luxuriöse Mountain Lodge umbauen lassen will.

15 Monate später ist man diesbezüglich nicht weitergekommen. Angesagte Verhandlungen mit Bertarelli sind Worthülsen geblieben. «Neu-Rellerli hat nur eine (minime) Chance, wenn die Freunde des Rellerli die Besitzerin der Bergstation Rellerli, Mountain View AG, für den Bau einer neuen Bahn überzeugen können», teilt Pressesprecher Matthias Kurt von den Freunden des Rellerli mit. «An der ersten GV vom Verein Freunde des Rellerli wurde mitgeteilt, dass bald Gespräche mit der Mountain View AG stattfinden werden.» Fakt ist nun: «Es haben noch keine Gespräche mit der Mountain View AG stattgefunden.»

Heinz Welten für Max Baur

Es herrscht also Stagnation vor. Und so sind an der GV vom 20. Oktober in dieser Hinsicht keine grossen Neuigkeiten zu erwarten. Dafür steht auf der Traktandenliste die Wahl eines neuen Präsidenten an. Gründerpräsident Max Baur – Zweitwohnungsbesitzer aus Bremgarten – gebe sein Amt ab, heisst es in der verschickten Einladung an die GV. Als sein Nachfolger wird der Schönrieder Heinz Welten vorgeschlagen. Dazu hält Kulttrainer Hanspeter Latour einen Vortrag zum Thema «Träume wahr werden lassen».

Berner Oberländer

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