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Freude über rund 30 Prozent mehr Energie

Die BKW weihte ihr 15. Kleinwasserkraftwerk ein. Dank einem Neubau am Standort des ehemaligen über 100-jährigen Wasserkraftwerkes in Schattenhalb kann die Produktion um rund 30 Prozent gesteigert werden.

Beat Jordi
Start mit rotem Knopf: Der Leiter Hydraulische Kraftwerke BKW, Andreas Stettler (Mitte), und Alfred Stäheli, Vizepräsident des Gemeinderates Schattenhalb (links), setzten das KW Schattenhalb 1 in Betrieb. Daniel Stegmann moderierte den Festakt.
Start mit rotem Knopf: Der Leiter Hydraulische Kraftwerke BKW, Andreas Stettler (Mitte), und Alfred Stäheli, Vizepräsident des Gemeinderates Schattenhalb (links), setzten das KW Schattenhalb 1 in Betrieb. Daniel Stegmann moderierte den Festakt.
Beat Jordi

Der Reichenbach im gleichnamigen Tal wird hauptsächlich vom Rosenlauigletscher gespeist. Sein Wasser wird schon über 100 Jahre zur Stromgewinnung genutzt, bevor es über den weltbekannten Reichenbachfall in die Aare mündet. Aus Rücksicht auf den Tourismus und die Natur wird das Wasser aus dem Staubecken Zwirgi nur zum Teil auf die Tur­binen des Wasserkraftwerkes Schattenhalb 3 geleitet – mindestens 850 Liter/Sekunde müssen über die Staumauer in den Bach fliessen, damit im Sommer der Reichenbachfall als solcher bewundert werden kann.

Im Becken unter dem Wasserfall wurde für das Wasserkraftwerk Schattenhalb 1 eine neue Fassung gebaut, die der 216 Meter tiefer gelegenen Peltonturbine beim Dorfteil Willigen das Wasser zuführt.

Spektakuläre Bauarbeiten

Die festliche Einweihung vom vergangenen Freitag wurde umrahmt mit Darbietungen des Jodlerklubs Innertkirchen. Als Vertreter der Standortgemeinde Schattenhalb hob Alfred Stäheli, Vizepräsident des Gemeinderates, den «behutsamen Umgang mit der Natur und den touristischen Schönheiten» durch die Bauverantwortlichen hervor. Positiv am neuen Werk sei auch der Wegfall des Unterwasserkanals und damit der Gewinn an Landwirtschaftsfläche, bemerkte er weiter.

Andreas Stettler, Leiter Hydraulische Kraftwerke BKW, betonte in seinen Ausführungen, dass von den 12 Millionen Franken Investitionskosten 60 Prozent im Kanton Bern vergeben wurden. Und Projektleiter Patrik Eichenberger zeigte mit einer eindrücklichen Diaschau die spektakulären Bauarbeiten unter dem Wasserfall. Mit einer eigens aufgestellten Transportbahn und mit Helikopterflügen wurde das Material auf die Baustelle geschafft. Für Überraschungen sorgten die mehrmaligen Hochwasser, die Bauteile beschädigten und Verstärkungsarbeiten erforderten.

Weitere Investitionen

In den nächsten Jahren wollen die BKW weitere 10 Millionen Franken in den Ausbau der Netzinfrastruktur und die Spannungserhöhung von 12 auf 16 Kilovolt investieren, gab Jörg Leuzinger, Leiter Region Oberland BKW, bekannt. Zusammen mit weiteren 5 Millionen Franken für den Ausbau von Installationen sollen die Leistung des Netzes und die Versorgungssicherheit verstärkt werden. Am Projekt Schattenhalb 4 mit einer Wasserfassung im Gschwandtenmad werde weiter gearbeitet, erklärte Andreas Stettler. Die BKW-Planung geht von einer voraussichtlichen Bauzeit von 2019 bis 2022 und Investitionen von 35 Millionen Franken aus.

Das alte Kraftwerk Schattenhalb 2, direkt beim Wasserfall, wurde ausser Betrieb gesetzt und für einen symbolischen Franken an die neu gegründete Stiftung Kraft & Wasser, Schattenhalb, abgetreten. Zweck der Stiftung ist die Erhaltung dieses besonderen Kulturdenkmals mitsamt den historischen Turbinen. Geplant ist eine Verbesserung des Zuganges für Wanderer und damit den Einbezug in das touristische Angebot der Region, wie Silvia ­Kappeler, Sektionspräsidentin Interlaken/Oberhasli des Berner Heimatschutzes, sagt.

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