Freiwillige richten den Schlossgraben wieder her

Spiez

Der Spiezer Schlossgraben entspricht nun wieder dem historischen Vorbild.

Unter fachkundiger Anleitung packen die Freiwilligen kräftig an. Foto: PD

Unter fachkundiger Anleitung packen die Freiwilligen kräftig an. Foto: PD

Der romanische Teil um die Kirche wurde bereits restauriert, bald folgt die Umgestaltung des Schlossparks, wie sie im Masterplan vorgesehen ist. Derzeit ist aber anderes im Tun: Der äussere Schlossgraben wird wieder so hergerichtet, wie ihn die Schlossbesitzerfamilie Wilke um die 1880er-Jahre erstellt hatte.

«Am 26. Mai hatten ein Gartenplaner und der kantonale Denkmalpfleger an einer gut besuchten Orientierung im Neuschloss den Masterplan der Öffentlichkeit präsentiert», erinnert sich Ernst Büchi, Schloss-­Stif­tungs­rat-Mitglied, gegenüber dieser Zeitung. Dabei sei anhand einer Führung auch die Ausführungsetappe äusserer Schlossgraben vorgestellt worden. Der Masterplan, der mit der Gemeinde Spiez abgesprochen ist, sieht vor, die einzelnen Teile der Parkanlage den jeweiligen historischen Grundlagen anzupassen. Beim Entwurf des Masterplanes hatten auch der kantonale Denkmalschutz, der Archäologische Dienst sowie das Amt für Naturförderung mitgewirkt.

Als erster Schritt zur Sanierung war im vergangenen Sommer die baufällige Treppe saniert worden, die von der Kastanienterrasse zum einfachen Spazierweg durch den Steilhang hinunter auf die Seewiese führt. Treppe und Weg dienen künftig als Zugang für Gästeführungen, weil das Gelände vom anstossenden Wallenrain her nach wie vor als nicht zugänglich vorgesehen ist.

Fort mit den Neophyten

Damit 20 Männer des Lions Club und des Ambassador Club Spiez unter der Leitung von Ernst Büchi am Samstag in einem Freiwilligeneinsatz Kirschlorbeer und Brombeeren – also wuchernde Neophyten – ausgraben konnten, hatten Profis unter der Leitung des Forst– und Schlosswartes Patrick Bürchler bereits vorgängig nicht erhaltenswerte Bäume gefällt – selbstverständlich mit von der Gemeinde und dem Regierungsstatthalteramt bewilligtem Fällgesuch. Die Freiwilligen befreiten den hölzernen Hag zwischen Schlossanlage und Wallenrain von Efeuranken und die darunter stehende, von Bäumen und Sträuchern stark beschädigte Mauer von Wildgehölzen. Hier fällt diese Woche ein Spiezer Unternehmer die an Triebsterben erkrankte Esche, deren abgestorbene Äste für Rebberg- und Seeuferbesucher gefährlich würden.

Ohne Maschinen gehts nicht

Noch vor Wintereinbruch ist auch die maschinelle Entfernung von grossflächigen Feldgehölzen vorgesehen. «Zur Wiederanpflanzung verschiedener Straucharten mit ökologischer Aufwertung haben wir einen Spezialisten zugezogen», verrät Ernst Büchi. Wenn die Arbeiten wie vorgesehen ausgeführt werden können, sollen Führungen im «romantischen englischen Garten am Schlossfelsen» bereits im nächsten Sommer die Erlebniswelt Schloss erweitern.

Nicht zuletzt dank Freiwilliger dürften die Kosten für die Instandstellung des äussern Schlossgrabens 60'000 Franken nicht übersteigen, ist Büchi überzeugt. Die Kosten sollen hauptsächlich durch den Lotteriefonds und einen symbolischen Beitrag aus dem Ökofonds der Gemeinde Spiez gedeckt werden.

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