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Freiwillige pflegen wildes Gasterntal

Anpacken im Unesco-Welterbe: Dank der Unterstützung von Freiwilligen konnte im Rahmen des «Welterbe Gmeiwärch 2016» ein Beitrag zur Erhaltung eines artenreichen Flachmoors im Gastereholz geleistet werden.

Einsatz vor imposanter Kulisse: Helferinnen und Helfer am «Welterbe Gmeiwärch» in der geschützten Auenlandschaft Gastereholz.
Einsatz vor imposanter Kulisse: Helferinnen und Helfer am «Welterbe Gmeiwärch» in der geschützten Auenlandschaft Gastereholz.
zvg
Einsatzleiter Ruedi Wyss zeigt Interessierten eine Aspisviper.
Einsatzleiter Ruedi Wyss zeigt Interessierten eine Aspisviper.
zvg
Ein Teil der freiwilligen Helfer an der Kander.
Ein Teil der freiwilligen Helfer an der Kander.
zvg
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Eines der Hauptanliegen der Stiftung Unesco-Welterbe Swiss Alps Jungfrau-Aletsch ist es, die Werte des Welterbe-Gebietes und der umliegenden Region zu erhalten und aufzuwerten. «Dazu gehört auch die grosse Vielfalt an alpinen und subalpinen Lebensräumen mit ihren vielfältigen Tier- und Pflanzenarten», schreibt die Stiftung in einer Mitteilung.

Das faszinierende Wilde

Das Gasterntal ob Kandersteg als nur dünn besiedeltes Gebirgstal reicht von hochalpinem Gelände bis zu den Kanderauen im Tal. Seit 1850 wurden nach Welterbe-Angaben etwa 70 Prozent der Auen in der Schweiz zerstört. Der Erhalt verbleibender Gebiete, zu denen auch das Gastereholz zählt, sei darum von grosser Bedeutung, unter anderem für die Artenvielfalt: Nach Schätzungen können über 80 Prozent aller heimischen Arten in diesem Ökosystem vorkommen. Diese Gebiete bieten dynamische Lebensräume für zahlreiche Pflanzen und Tiere wie etwa diverse geschützte Reptilienarten.

Das artenreiche Flachmoor im Gasterntal, das einen Teil der geschützten Auenlandschaft Gaste­reholz bildet, ist durch Verbu­schung bedroht. Ohne Massnahmen würde es mittelfristig zuwalden – zahlreiche Lebensräume verschwänden. Darum wurde vom Unesco-Welterbe zusammen mit der Abteilung Naturförderung, dem Bewirtschafterpaar Ryter und der Gemeinde Kandersteg der Landschaftspflegetag «Gmeiwärch» auf die Beine gestellt (wir berichteten).

Büsche und Bäume entfernt

Eine grosse Zahl freiwilliger Helferinnen und Helfer konnte am Mittwoch zum Landschaftspflegeeinsatz im Gasterental begrüsst werden. Die Stimmung war gut, der Einsatz abwechslungsreich und kurzweilig: Sträucher werden entwurzelt, kleine Bäume gefällt und abtransportiert. «Ziel ist es, die Strukturvielfalt des Flachmoors zu erhöhen und damit eine Vielzahl von Lebensräumen zu schaffen, die den Artenreichtum fördern», sagte Einsatzleiter Ruedi Wyss von der Abteilung Naturförderung.

Erstaunt fragte jemand, ob es denn erlaubt sei, durch das geschützte Flachmoor zu spazieren. Wyss schmunzelte und antwortete: «Das vorliegende Flachmoor ist auf die extensive und angepasste Nutzung durch Mensch und Vieh angewiesen.» Es ist demnach eine Kulturlandschaft, die aber für die Natur von enormer Bedeutung und deshalb «unter Schutz» gestellt ist. Nebst den Arbeiten kamen die Teilnehmenden auch kulinarisch auf ihre Kosten: Zur Verpflegung gab es Köstlichkeiten aus der Region, offeriert vom Ehepaar Ryter.

Der (optische) Nachtisch war giftig: Nach einem kurzen Spaziergang zur Kander scharte sich die Helferschar um Ruedi Wyss. In der Hand hielt dieser eine Aspisviper – neben der Kreuzotter die zweite typische und geschützte Schlangenart im Gasterntal. Voller Neugier wurde die junge Giftschlange betrachtet, während Wyss Wissenswertes über deren Biologie erzählte.

Voller Tatendrang ging es anschiessend erneut ans Entbu­schen. Das angefallene Schnittmaterial wurde stetig abtransportiert und im angrenzenden Waldstück zu einem grossen Haufen gestapelt. Dieser soll schliesslich als Lebens- und Überwinterungsraum für Reptilien und weitere Tierarten dienen.

Info: Wer beim nächsten «Welterbe Gmeiwärch» mitanpacken oder einen Umwelt- und Landschaftspflegeeinsatz leisten möchte, kann sich unter info@jungfraualetsch.ch oder Telefon 027 924 52 76 melden.

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