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Freitag mit Festival-Debüt

Glanzvolle Klänge in der Schlosskirche Interlaken: Die Trompeter Reinhold Friedrich und Manuel Blanco Goméz-Limòn gaben im Rahmen von Interlaken Classics mit dem Organisten Helmut Freitag – mit Festivaldebüt – ein Konzert.

Blumen für die drei Musiker (v. l.) Reinhold Friedrich, Helmut Freitag und Manuel Goméz-Limòn in der Schlosskirche Interlaken.
Blumen für die drei Musiker (v. l.) Reinhold Friedrich, Helmut Freitag und Manuel Goméz-Limòn in der Schlosskirche Interlaken.
Anne-Marie Günter

Die Fenster der Schlosskirche Interlaken erzählen die biblische Geschichte in starken Farben, und die Kirche selber erzählt von 600 Jahren Geschichte. Der Chor ist eines der bedeutendsten gotischen Bauwerke des Kantons Bern, das Kirchenschiff stammt aus dem frühen 20. Jahrhundert. Die Orgel wurde 1963 gebaut. «Ich schaue gut zu ihr», sagte Helmut Freitag, der Organist an der Kirche ist.

Er gab zusammen mit den Trompetern Reinhold Friedrich und Manuel Blanco Goméz-Limòn am Gründonnerstag in der Schlosskirche ein Konzert im Rahmen von Interlaken Classics, das einen tiefen Einblick in mehrere Jahrhunderte Musikgeschehen möglich machte, tiefgründig, farbig, lebendig. Und vor allem auch: Helmut Freitag gab seinen höchst überzeugenden Einstand an den Interlaken Classics.

Zu entdeckender Zbinden

Eindrücklich war die Neuzeit mit Julien-François Zbindens «Dialoque pour trompette et orgue opus 50» vertreten. Der Komponist wird im November 100 Jahre alt, das Werk hat er für den Trompeter Maurice André geschrieben. Es beginnt mit einem Trompetensolo, dessen Thema sich durch das ganze Werk zieht, heroisch, sanft wie ein Wiegenlied, melancholisch.

Bewusst gewählt für den Vorabend zum Karfreitag hat der Organist das zweite zeitgenössische Werk, «De profundis» von Niels La Cour mit Orgelvariationen zum Kirchenlied «Aus tiefer Not». Seine grosse Virtuosität an der Orgel bewies er auch mit der «Suite gothique» von Léon Boëllmann, einem Werk, bei dem ein Organist alle Register ziehen kann.

Fürs Gemüt und von Trompeter Blanco wunderschön gespielt, gab es Charles Gounods «Ave Maria» nach dem ersten Prélude aus Bachs «Wohltemperiertem Klavier»: Eine Sehnsuchtsmelodie, die über einer wohltuend fliessenden Orgelbegleitung schwebt. Ähnliche Emotionen weckt auch Sergei Rachmaninows «Vocalise». Den Abschluss des Konzerts machte Antonio Vivaldis Konzert für Trompete und Orgel As-Dur, das Reinhold Friedrich mit unglaublicher Virtuosität und Strahlkraft spielte.

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