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Französisches zum Dessert

Mit einem Lieder- und Orgelabend unter dem Motto «Mendelssohn et la France» klangen die Spiezer Orgelkonzerte aus.

Sonia Sempéré (Sopran) und Emmanuel Pélaprat gaben in einem exquisiten Programm zum 19. Jahrhundert den Einfluss Felix Mendelssohns in Frankreich zum Ausdruck.
Sonia Sempéré (Sopran) und Emmanuel Pélaprat gaben in einem exquisiten Programm zum 19. Jahrhundert den Einfluss Felix Mendelssohns in Frankreich zum Ausdruck.
Heidy Mumenthaler

Welchen gemeinsamen Nenner haben die französische Musik und das Motto «Mendelssohniade» der diesjährigen Spiezer Orgelkonzerte? Ein aussergewöhnlicher Musiker der französischen Musikszene, Emmanuel Pélaprat, löste das Rätsel rasch. Er präsentierte zum Abschluss der Konzertreihe mit Sopranistin Sonia Sempéré die klaren Zusammenhänge. Dass der Organist leidenschaftlich auf der Suche nach Neuentdeckungen, nach vergessenen Noten französischer Komponisten ist, erlebte das sehr kleine Publikum (35 Zuhörende) am letzten Augustabend.

Raritäten zu Gemüte geführt

Pélaprat brachte den Einfluss Felix Mendelssohns in Frankreich zum Ausdruck. Der künstlerische Leiter der Spiezer Orgelkonzerte, Marc Fitze, machte darauf aufmerksam, dass Mendelssohn bereits mit sieben Jahren Klavierunterricht in Frankreich erhielt.

Facettenreich interpretierte Emmanuel Pélaprat Raritäten von Gabriel Pierné, Théodore Dubois und Camille Saint-Saëns. Unglaublich, wie präzis und farbig die Werke zu Gehör kamen. Dem Klangmagier glückte es, die Orgel der Dorfkirche voll auszuschöpfen. Fitze hatte alle Hände voll zu tun, Seiten zu wenden und die Register für die drei Manuale und das Pedal minutiös zur passenden Zeit zu ziehen. Spannend wirkte die Gegenüberstellung der beiden «Ave Maria» für Sopran und Orgel von Dubois und Saint-Saëns.

Die helle, klare Stimme von Sonia Sempéré und die dezent abgestimmte, farbenreiche Orgelbegleitung weckten grosse Aufmerksamkeit bei den Zuhörenden. Eine Neuentdeckung entpuppte sich beim unbekannten, ursprünglich italienischen Komponisten Cesare Galeotti mit «Preludio e Fuga» für Orgel und «O Salutaris hostia» für Sopran und Orgel. Wortdeutlich sang die Französin auf Deutsch Mendelssohns Hymne «Hör mein Bitten». Kristallklar, scheinbar ohne Anstrengung nutzte sie die Akustik des Raumes. Gar die Orgel schien mitzusingen in schwebenden, romantischen Klängen, die in der Zugabe «Es muss ein Wunderbares sein» nochmals deutlich zu Gehör kamen.

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