Flüchtlinge basteln für Weihnachten

Seit dem 14. Dezember 2014 besteht die Kollektivunterkunft für Flüchtlinge aus ­vielen Ländern im früheren Ferienzentrum. Derzeit sind die Flüchtlinge mit Bastelarbeiten für die Weihnachtszeit beschäftigt.

Flüchtlinge und Betreuer sind mit Feuereifer bei den Bastelarbeiten für die kommenden Weihnachstage.

Flüchtlinge und Betreuer sind mit Feuereifer bei den Bastelarbeiten für die kommenden Weihnachstage.

(Bild: Rösi Reichen)

Die Reformierte Kirchgemeinde Aeschi engagiert sich und versucht im Café International Flüchtlinge und Einheimische zusammen an einen Tisch zu bringen. Ein 20-köpfiges Team aus kirchlichen Kreisen in Aeschi und der Region bereitet jeweils die Treffen vor und unterstützt sie auch.

Das Café International bietet jeden Montagnachmittag Einheimischen und Asylsuchenden aus der Kollektivunterkunft Aeschiried die Gelegenheit, etwas zu trinken, sich kennen zu lernen; zu plaudern, Bekanntschaften zu vertiefen, gemeinsam zu lachen; Kochrezepte auszutauschen, Ausflüge oder weitere Begegnungen zu planen.

Orangen mit Nelken besteckt

Diese Woche wurde ein Weihnachtsfest gefeiert, Papiersterne gebastelt, Orangen mit Nelken besteckt und Lebkuchen verziert. Ihre Kunstwerke können die Schöpfer mit heimnehmen und damit ihr Zimmer dekorieren.

Dann wurde die Weihnachts­geschichte erzählt und die zum Text passenden Bilder betrachtet. Die ganz kleinen Kinder wurden gehütet, und alle sassen zusammen beim weihnächtlichen Zvieri. Mit einer kurzen Friedensfeier in der Kirche, wo Kerzen entzündet und für Frieden auf der Erde gebetet wurde, schloss der Nachmittag ab.

Dann wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wieder per Kursbus begleitet zurück nach Aeschiried gebracht.

Fit für die Freiheit

«Die Flüchtlinge bleiben zwischen etwa zwei Monaten und einem Jahr im Aufnahmezentrum in Aeschiried, bisher gesamthaft etwa 560 Menschen», sagt Christine Thielmann von der Kirchgemeinde Aeschi. In dieser meist kurzen Zeit sei eine vertiefte Beziehung kaum möglich. Oft ziehen die Flüchtlinge weiter, und sie hört von den meisten nichts mehr.

Aber es gebe auch Ausnahmen. Eine syrische Familie wohne jetzt in Bern, erhalte den Kontakt aufrecht, und vereinzelt gibt es Freundschaften. Momentan leben etwa 80 Leute aus zehn Ländern im Zentrum Aeschiried, wo eine Kapazität für 100 Personen besteht. Die Flüchtlinge lernen unsere Sprache, hören über die Geschichte der Schweiz, die Sitten und Gepflogenheiten, was ihnen den Einstieg erleichtert.

«Familien werden fitgemacht, damit sie in eine eigene Wohnung einziehen und selber den Alltag organisieren können», sagt die Zentrumsleiterin der ORS Service AG, Monika Voegeli. Sie lernen Deutsch, alltägliche Dinge wie einkaufen, putzen, die Waschmaschine bedienen und können mit einfachen Arbeiten ihr knappes Budget etwas aufbessern.

Sport betreiben ist möglich und verbindet, auch wenn die Sprache noch ein Problem ist. Am Treffen im Kirchgemeindehaus sagte ein Flüchtling: «Ich möchte gerne allein wohnen, nicht immer mit so vielen Leuten zusammen sein.»

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