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Fliegende Steine vor gespanntem Publikum – Original fehlt weiterhin

Der Dienstag des Unspunnenfestes stand ganz im Zeichen des Steinstossens. Männer und Frauen konnten sich in dieser Sportart versuchen. Ein Reichenbacher war besonders erfolgreich.

Steinstösser Pascal Mürner aus Reichenbach wirft den Unspunnenstein in den Sand. Seine erzielte Weite blieb unerreicht.
Steinstösser Pascal Mürner aus Reichenbach wirft den Unspunnenstein in den Sand. Seine erzielte Weite blieb unerreicht.
Fritz Lehmann

«Mein Erfolgsrezept ist, mich voll auf den Stein konzentrieren, die richtige Schrittwahl und dann einen kraftvollen Punch als letzte Aktion», sagte Pascal Mürner aus Reichenbach beim «Steinstossen für jedermann» anlässlich des Unspunnenfestes am Dienstag auf der Höhematte in Interlaken. Mürner siegte mit 3,41 Meter vor Daniel Schmocker aus Amsoldingen (3,20 Meter) und Markus Zehnder aus Höfen (3,15 Meter).

Die drei Athleten zeigten mit der 83,5 Kilo schweren Kopie des Unspunnensteins, wie Steinstossen geht. Die Zuschauer auf den Tribünen applaudierten jedes Mal, wenn einer der Athleten den Stein in die Höhe wuchtete. Daniel Schmocker stiess vor dem Punch zur Erheiterung des Publikums noch einen Urschrei aus.

Zuvor hatte Unspunnenfest-OK-Präsident Ueli Bettler alle zum «Tag des Steins» begrüsst. Historiker Christoph Wyss sprach über die Geschichte des Steinstossens, das seinen Ursprung im Appenzell hat.

Steinstossen selbst probieren

«Die Bahn ist ideal zum Anlaufen, der Untergrund gut», kommentierte Speaker Geri Haussener, warnte jedoch allzu ehrgeizige Teilnehmer vor dem schweren Stein. Martin Jakober, der am Sonntag den Unspunnenstein 3,42 Meter weit geworfen hatte, erzielte am Dienstag mit dem 40 Kilogramm schweren Stein eine Weite von 4,26 Meter. «Auch 40 Kilo sind nicht ohne, das ist der schwerste Stein an den Schweizer Meisterschaften vom nächsten Samstag», so Haussener.

Anschliessend an die Demonstration der Athleten hielt eine der Ehrendamen in Interlakner Edelweisstracht vor der Sandgrube einen 15 Kilogramm schweren Stein als malerisches Fotosujet in die Höhe. Danach konnten alle einen Stein in die Höhe hieven und sich als Werfende versuchen. Ehrendame Muriel Bourquin aus dem solothurnischen Biezwil sagte nach ihrem Wurf mit einem 15 Kilogramm schweren Stein: «Das hat Spass gemacht.»

«Das hat Spass gemacht»

Die Künstlerin Yvonne Apiyo Brändle-Amolo aus dem zürcherischen Weiningen versuchte sich ebenfalls an einem Unspunnenstein, allerdings mit 15 Kilogramm Gewicht. «Das hat Spass gemacht, das mache ich gleich noch einmal», sagte sie nach ihrem Wurf. Allerdings seien ihre Schuhe mit etwas höheren Absätzen nicht ganz ideal für diese Sportart. Vom Unspunnenfest zeigte sie sich begeistert: «Ein schönes Fest mit viel Brauchtum, das sollte man auf keinen Fall ­verpassen.»

Anonymer Anruf

Der Unspunnenstein wurde 1984 von jurassischen Separatisten aus dem Touristikmuseum in Unterseen entwendet. Ein Jahr später beschaffte sich der Turnverein Interlaken als Eigentümer eine Kopie. Diese wurde 2005 aus dem Eingangsbereich des Grand-Hotels Victoria-Jungfrau gestohlen.

Zum Tag des Steinstossens hatte das OK stets gehofft, das Original wieder zurückzuerhalten – vergebens. Ueli Bettler erklärte am Dienstag vor dem Publikum: «Ich habe einen anonymen Anruf erhalten und bin danach zur Unspunnenburg nach Matten gefahren.» Doch die Mühe war vergebens, der Original-Unspunnenstein sei nicht auf­getaucht.

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