Rekord: 82'000 Besucher am 15. Greenfield Festival

Matten

Das Unwetter am Samstagabend hatte keinen Einfluss: Mit 82'000 Besuchern verzeichnet das Greenfield Festival einen neuen Rekord.

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Nathalie Günter@nathalieguenter

Am Samstag um 18.30 Uhr kam die Lautsprecherdurchsage: Die Greenfield-Besucher werden gebeten, das Veranstaltungsgelände zu verlassen und Schutz in den Autos zu suchen und andere Besucher aufzunehmen. Von 19 bis 20 Uhr wütete das Unwetter, leichter Hagel kam vom Himmel – für diese Zeit war das Festival unterbrochen.

«Klar wünscht man sich das nicht unbedingt für das Jubiläumsfestival, aber so konnten wir zeigen, dass unsere Abläufe funktionieren.»Iris Huggler, Geschäftsführerin der Greenfield Festival AG

«Der Unterbruch war ein Sicherheitsentscheid», so Iris Huggler, Geschäftsführerin der Greenfield Festival AG. «Klar wünscht man sich das nicht unbedingt für das Jubiläumsfestival, aber so konnten wir zeigen, dass unsere Abläufe funktionieren.» Der Unterbruch wurde auch via Megafone, App, Facebook und Instagram kommuniziert. «Die Besucher haben sich sehr ruhig und verständnisvoll verhalten», so Huggler.

«Sehr zufrieden»

Über 82000 Besucher kamen kumuliert über die drei Tage auf den Flugplatz Interlaken – ein neuer Rekord. Zum Vergleich: 2018 waren es 10'000 weniger, im Rammstein-Rekordjahr 2013 waren es 81'615 Besucher. Huggler: «Mehr hatten wir nur beim viertägigen Festival 2016; wir sind sehr zufrieden.» Damit ist die 15. Ausgabe – gemessen am Tagesschnitt – die erfolgreichste.

Die Kantonspolizei Bern meldete, dass sie rund ums Festival Verkehrskontrollen durchgeführt hat. Insbesondere am Mittwoch seien gegen 300 Fahrzeuge näher überprüft worden. Über den gesamten Zeitraum stellte sie seien vier Verkehrsteilnehmer fest, die unter Alkoholeinfluss standen. Letztes Jahr waren es deren acht gewesen. Bei vier weiteren Personen fielen Drogenschnelltests positiv aus (2018: fünf). Weiter wurden über vierzig Ordnungsbussen ausgestellt und neun Personen verzeigt.

«Ohne grosse Probleme»

«Alles in allem verlief das Festival aus polizeilicher Sicht ohne grössere Probleme», schreibt die Kantonspolizei. Die Polizeimitarbeiter vor Ort standen auf dem Festivalgelände vorwiegend wegen gemeldeter Streitereien im Einsatz. Vereinzelt seien Meldungen zu Diebstählen oder Lärmklagen eingegangen. Mehrere Personen wurden wegen des Verdachts auf Diebstahl kontrolliert.

«Sehr geordnet»

«Sehr geordnet», fasst Sanitätschef Martin Hofer die drei Festivaltage zusammen. Sein Team, das aus Sanitätern des Rettungsdienstes der Spitäler fmi AG und der Organisation Docs besteht, verzeichnete 1000 Kontakte. Das entspreche dem erwarteten Patientenaufkommen. «15 davon mussten ins Spital überführt werden, da wir die Untersuchung nicht vor Ort machen konnten.» Das Unwetter habe auf die Anzahl Kontakte keinen Einfluss gehabt. Der Sanitätsdienst war aber selber betroffen: «Wir mussten unsere Station beim Camping verlassen, die Evakuation verlief vorbildlich», so Hofer.

Joakim Brodén von Samstag-Headliner Sabaton im Interview. Video: Nathalie Günter / Martin Bürki

Das Unwetter hielt die Besucher nicht davon ab, am Festival zu bleiben. «Der Zuschauereinbruch war bei weitem nicht so hoch, wie ich erwartet hatte», sagte Iris Huggler. Der Zeitplan wurde angepasst, die Bands traten etwas später auf. So auch Samstag-Headliner Sabaton. Sänger Joakim Brodén zeigte sich schwer beeindruckt: «Ihr habt das schlimmste vorstellbare Wetter erlebt und seid trotzdem noch da.»

Zuvor hatten die Schweizer Überflieger Eluveitie bereits ihr fünftes Konzert auf dem Flugplatz Interlaken gespielt. Bereits am Freitag stand wohl die von vielen Besucher am sehnlichsten erwartete Band auf der Bühne: Slipknot. Sie vermochten laut Veranstalter noch mehr Publikum als die Toten Hosen anzulocken.

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