Europäische Binnenschiffer trafen sich im Oberland

Interlaken

Über 300 Schiffer trafen sich am 62. Inter­nationalen Binnenschifffahrtstreffen in Interlaken. Gastgeberin war die BLS Schifffahrt.

300 Schiffer lernten den Thuner- und Brienzersee während vier Tagen kennen. Musikalisch verabschiedet wurden sie von der Eisenbahnermusik der BLS an der Schiffsstation Interlaken-West.

300 Schiffer lernten den Thuner- und Brienzersee während vier Tagen kennen. Musikalisch verabschiedet wurden sie von der Eisenbahnermusik der BLS an der Schiffsstation Interlaken-West.

(Bild: Peter Wenger)

«Wir europäischen Binnenschiffer pflegen seit über 60 Jahre lose berufliche Verbindungen. Eine Amical ohne grosse Formalitäten – wir haben keine Statuten und Traktanden, auch gibt es weder einen Vorstand noch einen Präsidenten. Und doch gelingt es, jedes Jahr ein attraktives Treffen unter Profis zu organisieren», freut sich Claude Merlach, Leiter der Schiffsbetriebe der BLS.

Über 300 Schiffer durfte das OK, bestehend aus Mitarbeitern der BLS Schifffahrt in Interlaken, begrüssen. Berufsleute vom Maschinisten bis zum Steuermann, vom Matrosen bis zum Leiter einer Schifffahrtsgesellschaft erlebten spannende vier Tage auf den beiden Seen.

Neben den fachlich interessanten Exkursionen mit den Dampfschiffen Lötschberg und Blüemlisalp und Betriebsbesichtigungen kam der persönliche Kontakt zwischen den Berufsleuten nicht zu kurz. Die Treffen werden jedes Jahr in einem anderen Land, an einem anderen See durchgeführt.

Fachlich ungezwungen

Ewald Giess aus Konstanz-Wallhausen betreibt zusammen mit seiner Familie ein Personenschifffahrt-Unternehmen auf dem Bodensee. Seit über 30 Jahren besucht er regelmässig diese Treffen. «Hier kann ich mich mit anderen Kollegen fachlich auf ­kameradschaftliche Art austauschen. So zum Beispiel mit der Leiterin des Schiffsbetriebs auf dem Brombachsee bei Nürnberg. Beide transportieren wir zunehmend Ausflügler und Pendler mit Fahrrädern, was eine besondere logistische Herausforderung bedeutet. Hier treffe ich auch den Leiter der Lux-Werft in Bonn, die unser neustes Schiff gebaut hat», berichtete Giess.

Aus der Not geboren

Das Treffen geht zurück auf eine Hilfsaktion an die durch den Zweiten Weltkrieg geschädigte Bodenseeflotte. In einer Nacht- und Nebelaktion gelang es den Fahrensleuten, ihre Schiffe vor der Versenkung zu bewahren. Von Lindau und Bregenz aus wurde die noch schiffbare Bodenseeflotte unter grösster Anstrengung in sichere Häfen auf der Schweizer Seite verlegt. Die Schiffe hatten zwar überlebt, doch sie befanden sich in einem erbärmlichen Zustand.

1947 reisten Schiffer vom Vierwaldstättersee nach Bregenz, um den kriegsgeschädigten Schiffern Hilfe zu leisten. Dank einer Sammelaktion konnten die Bodenseeschiffe wieder Fahrt aufnehmen. Einige Jahre später, 1956, trafen sich Schweizer und deutsche Schifffahrtskollegen am Bodensee zu einem ersten Treffen dieser Art.

Berner Oberländer

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