Euphorie pur

Auch nach dem grossen Triumph von Wacker Thun ist die Euphorie in der Bevölkerung riesig. Das gilt genauso für Politiker und bekannte Sportvertreter.

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Die Thuner Handballhelden trafen am Montagabend kurz nach 23 Uhr aus Winterthur auf dem Rathausplatz ein. Dort wurden sie von einer grossen Anzahl Fans zu einer langen Partynacht erwartet. Auch am Tag nach dem sensationellen Erfolg ist die Euphorie gross, wie nachfolgende Umfrage zeigt.

Raphael Lanz:

Das Spiel vom Montag live miterlebt hat Raphael Lanz: «Das entscheidende Tor war ein sehr emotionaler Moment für mich», sagt der Thuner Stadtpräsident. «Dies umso mehr, weil man als Zuschauer bis zum Schluss nicht wusste, auf welche Seite die Partie kippt. Dass der finale Spielzug derart überzeugend geklappt hat, ist unglaublich!»

«Ein sehr emotionaler Moment für mich.»

Bewegt hat den Thuner Stapi auch die tolle Unterstützung durch die Fans vor Ort: «Es könnte durchaus sein, dass die vielen Supporter das Zünglein an der Waage waren.» Insbesondere beim Empfang im Rathaus habe man die Nähe der Mannschaft zu den Fans sehr gut gespürt: «Genau diese Einheit, das Herzblut und das Engagement machen den Erfolg dieses Teams aus», ist Raphael Lanz überzeugt, der gleichzeitig hofft, dass die Euphorie und die mediale Präsenz dem Club auch die nötigen Sponsoren bringen und Junge für den Handballsport begeistern.

Barbara Frantzen Roth:

Per Liveticker den Match verfolgt hat Bar­bara Frantzen Roth. Die Leiterin der Abteilung Stadtmarketing und Kommunikation freut sich vor allem auch mit dem späten Torschützen Luca Linder, den sie beruflich als sehr engagierten und sympathischen Menschen kennen gelernt hat. «Wacker verdient den Titel wirklich, weil der Club ohne Mäzen und ohne grosse Sponsoren auskommt», sagt Barbara Frantzen.

«Wacker verdientden Titel wirklich.»

Angesichts dieser Ausgangslage habe der Titel sogar noch einen grösseren Wert. Die Stadtmarketingchefin streicht gleichzeitig die positive Werbung für Thun heraus: «Gerade die Bilder in der Spätausgabe der ‹Tagesschau› mit der grünen Wacker-Wand waren eindrücklich», sagt sie. «Wir zeigen damit, dass Thun das kann!»

Marc Schneider:

«Ich bin kein ausgesprochener Handballkenner», sagt FC Thun-Trainer Marc Schneider, «aber Wacker lässt mich nicht kalt.» Es sei toll, was Wacker auf die Beine gestellt habe. «Mit dem Meistertitel tragen die Handballer viel dazu bei, dass Thun schweizweit als Sportstadt wahrgenommen wird.»

«Thun wird schweizweit als Sportstadt wahrgenommen.»

Er stelle gewisse Parallelen zwischen dem FC Thun und Wacker fest, sagt Schneider weiter. So würden beide Vereine vornehmlich auf Schweizer Spieler setzen. «Schön, wenn die Strategie so aufgeht wie jetzt bei Wacker.»

Peter Bachmann:

Es sei phänomenal, was Wacker erreicht habe, sagt Peter Bachmann, der selber jahrelang als Trainer bei den Thunern wirkte und jetzt bei Rotweiss Thun aktiv ist. «Team und Zuschauer sind eine Einheit», sagt er. «Das gibt es bei keinem anderen Verein und ist in den entscheidenden Phasen des Spiels ein riesiger Vorteil.» Auch wenn der Meistertitel für ihn keine Überraschung sei, «weil Wacker heuer das beste Team ist», so sei der Erfolg nicht hoch genug einzuschätzen. Was die Mannschaft und das Umfeld geleistet hätten, sei sensationell.

«Team und Zuschauersind eine Einheit.»

«Zu dieser Leistung kann ich nur gratulieren», sagt Bachmann. Heute sei noch Zeit, um den Erfolg zu geniessen, dann gelte es aber den Blick nach vorne zu richten. «Es wird mit den Abgängen von wichtigen Spielern eine Zäsur geben», sagt er. «Ich bin aber sicher, dass die Mannschaft nicht auseinanderfällt.»

Matthias Glarner:

Den Titel von Wacker nicht direkt miterlebt hat Matthias Glarner. Der Schwingerkönig gab am Montag nach einer langen Verletzungspause sein sportliches Comeback beim Klubschwinget Interlaken, welches er für sich entscheiden konnte. «Ich habe nach meinem Einsatz auf Instagram gesehen, dass Wacker zehn Minuten vor Schluss führte und gehofft, dass es klappen könnte», erzählt Glarner. «Weil ich dann selber an meine eigene Rangverkündigung ging, habe ich die Entscheidung nicht direkt gesehen.»

«Es zeigt, was man mit Wille und Herzblut erreichen kann.»

Auf dem Heimweg habe er dann auf dem Laptop die Siegerehrung in Winterthur mitverfolgt. «Ich freue mich sehr für die Spieler, da ich einige unter ihnen auch persönlich kenne», sagt der Schwingerkönig. Der Erfolg der Thuner Handballer sei eine «extrem schöne Geschichte» für das ganze Oberland und beweise auf eindrückliche Art und Weise, was man mit viel Wille und Herzblut erreichen könne.

Ursula Haller:

Den wackerschen Meistertitel erlebte die ehemalige Thuner Gemeinderätin Ursula Haller per Liveticker auf der Rückreise von ihren Fahrradferien in Holland. «Ich habe Wacker bei allen Spielen die Daumen gedrückt und mich nun über den Titel riesig gefreut», sagt die heutige Präsidentin des Damenhandball-Clubs Rotweiss Thun, der auch eine enge Zusammenarbeit mit Wacker pflegt. «Bereits fünf Minuten nach der Titelentscheidung habe ich Wacker-Präsident Georges Greiner ein Gratulation-SMS für das ganze Team geschickt».

«Wacker-Spieler sind die besten Vorbilder.»

Wacker, ist Haller überzeugt, sei das sportliche Aushängeschild Nummer 1 der Stadt: «Dass solche Persönlichkeiten wie die Wacker-Spieler für ganz viele junge Leute in Thun eine Vorbildrolle übernehmen und für den Handballsport begeistern, ist wunderschön», sagt sie. «Uns kann eigentlich nichts Besseres pas­sieren!»

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