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«Es ist konzertante Ländlermusik»

Walter Balmer und die Gupfbuebä stellten ihre zweite CD vor. Auf 28 Eigenkompositionen beweist der Klarinettist seine musikalische Vielseitigkeit und wird dabei seinen eigenen hohen Ansprüchen gerecht.

Traditionsbewusst: Walter Balmer mit Klarinette und neuer CD vor der Unspunnen-Ruine in seinem Geburtsort Wilderswil. Foto: Bruno Petroni
Traditionsbewusst: Walter Balmer mit Klarinette und neuer CD vor der Unspunnen-Ruine in seinem Geburtsort Wilderswil. Foto: Bruno Petroni

Rentner haben Zeit, müsste man meinen. Es gibt jedoch auch Rentner mit einer Agenda, die noch voller ist als vor der Pensionierung. Walter Balmer gehört nicht zu ihnen. Aber fast. Denn Walter Balmer war bis Ende 2014 als Geschäftsinhaber auch CEO der Kabelfernsehen Bödeli AG und damit ein vielbeschäftigter Mann – und seither ist er auch als Pensionär viel unterwegs, von Termin zu Termin.

Nicht mehr als Geschäftsmann, sondern als Musiker. Bereits Anfang 2015 veröffentlichte Walter Balmer eine CD mit lauter Eigenkompositionen, die er mit Dani Häuslers renommierten Gupfbuebä eingespielt hatte. Und nun, am vergangenen Samstag, präsentierten er und die Gupfbuebä im Kursaal Interlaken ihre zweite gemeinsame CD «Schublademusig II».

Das dreistündige, kurzweilige Konzert begeisterte die geladenen Gästen dank fehlerfreier Virtuosität der Musizierenden. Sie war Basis für die rassigen, oft überaus temporeichen Melodien.

Eine Woche im Studio

Dass Walter Balmer und die Gupfbuebä mit einer zweiten CD nun wieder vors Publikum treten, hat seinen Ursprung in einem Fotoalbum. «Dani Häusler und seine Kapelle schenkten mir an meinen 70. Geburtstag fotografische Erinnerungen an die erste gemeinsame CD-Produktion», erklärt Balmer.

Ganz am Schluss des Albums, als letzter Satz, war zu lesen: «Die Gupfbuebä hoffen auf ein Geheimfach in deinem Schreibtisch.» Das habe «den Funken gesetzt», erinnert sich Balmer. Schon bald sei klar gewesen: Es gibt eine zweite CD. Im März 2018 fand die erste Probe statt, im folgenden Herbst gings ins Studio. Die Grundaufnahmen dauerten drei Tage, für einzelne Tonspuren wurden zwei Tage und für das Abmischen nochmals zwei Tage benötigt.

«Oft klappte schon die erste Aufnahme tadellos», freut sich Walter Balmer. Er finanziert die gesamte Produktion, möchte die Kosten nicht nennen – und lacht: «Andere haben andere Hobbys, manche auch eine junge teure Freundin.»

Reich an Abwechslung

«Es ist konzertante Ländlermusik», beschreibt Walter Balmer seinen Musikstil. Das impliziert bereits seine hohen Ansprüche an sich und an seine musikalischen Weggefährten. Will heissen: Sowohl Komposition als auch Interpretation müssen sorgfältig sein, müssen musikalisch von überdurchschnittlicher Qualität sein, müssen aus Können Kunst machen. Der Komponist und die Interpreten genügen diesen Ansprüchen voll und ganz.

Das wurde nicht nur am Konzert klar, sondern auch beim Hören der CD. Dabei bieten die 28 Eigenkompositionen (wovon er mehrere seinen Familienangehörigen und Freunden gewidmet hat) ungewohnten Variantenreichtum, eine grosse Vielfalt an unterschiedlichen Einflüssen. Manchmal verbreitet die Geige eine Atmosphäre von Salonmusik, manchmal erinnert sie an Zigeunerklänge, das Klavier könnte mal in einer Bar stehen, mal in einer Swingband, neu ist die Posaune dazugekommen – und über allem schweben die von Walter Balmer auf der Klarinette flink gespielten Melodien.

«Ja, auch dieses Mal war für es für mich wichtig, viel Abwechslung zu bieten», bestätigt der Komponist. Und: «Es ist einfach wunderschön, wie die Gupfbuebä meine musikalische Vorstellung von meinen Kompositionen erfüllt haben. Dafür bin ich sehr dankbar.» Rund ein Drittel der Titel hat Balmer erst nach der ersten CD geschrieben, zwei Drittel lagen schon in der Schublade. Liegen dort noch mehr Kompositionen? Walter Balmer schmunzelt. Und antwortet zögernd: «Es hat noch ein paar Dutzend …»

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